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Ein Kinderarzt impft ein siebenjähriges Mädchen gegen das Coronavirus.

Ärzte begrüßen Entscheidung

Bad Homburg - Nach den Einschätzungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Corona-Impfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren laufen in den Kinderarztpraxen die Vorbereitungen für Impfungen in dieser Altersgruppe. Die Stiko hatte am Vortag bekanntgegeben, dass sie die Impfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen empfehlen will.

In Hessen dürfte das rund zehn bis 15 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe betreffen, sagte der Landesverbandsvorsitzende im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Ralf Moebus. Ende vergangenen Jahres lebten laut Statistischem Landesamt 405 156 Kinder von fünf bis unter zwölf Jahren im Bundesland. Laut Stiko sollen zudem auch gesunde Kinder auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden können.

Moebus, der selbst niedergelassener Kinderarzt in Bad Homburg ist, begrüßte ausdrücklich, dass nun Kinder mit chronischen Erkrankungen, aber auch beispielsweise von Adipositas betroffene Kinder besonders geschützt werden können. Fast ein Zehntel der Kinder und Jugendlichen litten an Adipositas, was generell ein großes Problem sei, mit Blick auf Covid-19 aber in besonderem Maße, weil die Patienten im Falle einer Corona-Infektion höheren Risiken ausgesetzt seien.

Mit Blick auf die gesamte Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen sagte Moebus, Kinder zeigten zwar meist mildere Krankheitsverläufe, seien aber von schulischen Einschränkungen, Ausgrenzungen oder Beschränkungen ihrer Freizeitaktivitäten deutlich betroffen. »Die Kinder müssen kollateral mitleiden, dass sich zu wenige Erwachsene haben impfen lassen«, so der Experte.

Wie sich die Nachfrage nach den Impfungen entwickelt, müsse abgewartet werden. Er selbst habe in seiner Praxis spezielle Termine für die Impfungen vorgesehen. Sollten zunächst nicht so viele Impfdosen wie bestellt eintreffen, werde er bei einer späteren Nachlieferung voraussichtlich auch abends Impftermine anbieten. Ihm gehe es um chronisch kranke Kinder und solche, die in ihrem Umfeld Menschen mit schweren Erkrankungen hätten oder Personen, die keine Auffrischimpfungen bekommen konnten. DPA

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