Ärger mit den "Klonschafen" der Landesgartenschau

Bad Nauheim (jw). Erst der Skandal um Klonschaf "Dolly", und nun das: Bei der Landesgartenschau sind gefälschte "Blauschafe" verkauft worden. Man könnte auch sagen: In der "Blauschafherde" des Künstlers Rainer Bonk sind "schwarze Schafe" aufgetaucht, die zwar durchaus blau angestrichen waren, aber eben nicht in dem brillanten Ultramarin der echten Kunstwerke.

Bad Nauheim (jw). Erst der Skandal um Klonschaf "Dolly", und nun das: Bei der Landesgartenschau sind gefälschte "Blauschafe" verkauft worden. Man könnte auch sagen: In der "Blauschafherde" des Künstlers Rainer Bonk sind "schwarze Schafe" aufgetaucht, die zwar durchaus blau angestrichen waren, aber eben nicht in dem brillanten Ultramarin der echten Kunstwerke. Die geklonten Imitate stellen alle Beteiligten vor ein Rätsel: Woher sie kommen, weiß keiner. Der Künstler reagierte prompt, durchbrach das Schweigen der Lämmer und tauschte die falschen gegen echte Schafe aus seiner Polyesterzucht um. Bereits zu Beginn der LGS sorgten die 60 Zentimeter hohen, 80 Zentimeter langen und acht Kilogramm schweren Figuren für Schlagzeilen. 20 Plastikschafe waren Mitte Mai aus einem Lagerraum gestohlen worden. Sie blieben verschwunden, kein Blöken weit und breit. Und nun der nächste Ärger: Ein Bad Nauheimer bekam eines der Schafe zum Geburtstag geschenkt. Die Frau hatte die Figur auf dem Gärtnermarkt der LGS gekauft. Als sich die Tochter der beiden, ansonsten eher lammfromm, beim Frühstück auf das Tier setzte, war ruckzuck ein Loch in dem viel zu dünnen Schaf. Es stellte sich heraus, dass auch die Farbe eine andere wie die der Originale ist, und es fehlte die Plakette des Künstlers am Bauch der Figur.

"Unverschämt bis ärgerlich" nennt der Familienvater die Angelegenheit, schließlich kostete das gute Stück 110 Euro. Er informierte den Künstler Rainer Bonk, der ebenso verärgert über die gefälschte Kunst im Schafspelz war und das Imitat umgehend gegen ein Original umtauschte. Bonk sprach gegenüber der WZ von zwei gefälschten "Blauschafen", die in Bad Nauheim aufgetaucht seien. Wer oder was hinter der mysteriösen Schafseuche steht, liegt bislang im Dunkeln. Bonk hat Kontakt zum Verantwortlichen des Gärtnermarkts aufgenommen, doch Johannes Schumacher kann sich die Sache auch nicht erklären. Schumacher hat nicht nur die "Blauschafe" im Auftrag von Bonk verkauft, sondern auch andere bemalte Zier-Tiere. Darunter waren auch zwei weitere Schafe, diese freilich seien naturfarben lackiert gewesen, nicht blau. Bonk habe davon Kenntnis gehabt. Laut dem Künstler gab es auch anderswo schon Probleme mit dem Copyright seiner Kunstobjekte. Sogar Prozesse hat Bonk geführt und gewonnen.

Merke: Originale "Blauschafe" darf nur er verkaufen; wer sie nachmacht oder verfälscht oder sich nachgemachte oder verfälschte "Blauschafe" verschafft und in Verkehr bringt, wird sein blaues Wunder erleben. (Foto: jw)

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