Orientalische Tänze vor der Ehrentribüne.
+
Orientalische Tänze vor der Ehrentribüne.

Ein Abschluss nach Maß für den Hessentag

Herborn (sag). Nach zehn Tagen Feiern ist der 56. Hessentag zu Ende gegangen. Rund 940 000 Menschen kamen nach Angaben der Staatskanzlei zum Landesfest und damit mehr als erwartet. Auch der traditionelle Festumzug am Sonntagnachmittag lockte wieder zahlreiche Zuschauer an. Über 3000 Menschen nahmen an der Parade teil, darunter Trachtengruppen, Musikkapellen und Reiterstaffeln.

Der Wettergott hatte gestern mit der Hessentagsstadt Herborn ein Einsehen – wider allen Prognosen blieb es während des Festzuges, der traditionell den Abschluss des Hessenfestes bildet, trocken. Bei angenehmen frühsommerlichen Temperaturen verfolgten Zehntausende Besucher den Umzug, der in diesem Jahr unter dem Motto "70 Jahre Hessen" stand. In 147 Zugnummern mit rund 3000 Teilnehmern präsentierten zahlreiche Vereine, Städte, Gemeinden, Landkreise und Institutionen ihr Bundesland und seine Traditionen und Bräuche in allen Facetten sowie die Besonderheiten ihrer eigenen Ortschaften. Angeführt wurde die fröhliche Parade vom Landespolizeiorchester Hessen und dem Hessentagspaar Janina Till und Cetin Celik. Zahlreiche Vereinsvertreter machten Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und den weiteren Landesvertretern ihre Aufwartung an der Ehrentribüne. Rund 2,5 Kilometer Wegstrecke durch die Herborner Innenstadt mussten die 158 Gruppen, darunter Motivwagen, Fußgruppen, Musikformationen und Trachtengruppen sowie unter anderem noch Pferde, Ziegen und Schäferhunde, zurücklegen.

Der Landkreis Gießen, die Wetterau und der Vogelsbergkreis waren mit insgesamt 19 Fußgruppen vertreten.

Bis zur Zugnummer 90 mussten die Vogelsberger auf ihre Vertreter warten. Den Anfang bildete der "Landmännerverein Bermutshain". Mücke-Flensungen wurde vertreten von der Mittelpunktkönigin Sina Langohr. Toller Hingucker: Das Ziegengespann, das die Heuernte anno dazumal zeigte.

Der Block der Wetterau wurde angeführt von der Steinfurther Rosenkönigin Anna Bechthold mit ihren Prinzessinnen auf einem Wagen, der komplett mit echten Rosen besteckt war. Der Vereinsring Butzbach zeigte das Landgrafenschloss, begleitet von einer Fußgruppe in Hüttenberger Tracht. Mit der Bad Vilbeler Quellenkönigin Nadine I. gab es eine weitere Hoheit, die die Wetterau repräsentierte. Heiß her ging es auf dem Piratenschiff der Wetterpiraten Ober-Hörgen, dem "dollen Dorf 2016" – einer der schönsten Wagen des Umzugs.

An der Spitze des Landkreises Gießen fuhren die Traktorenfreunde aus Heuchelheim/Kinzenbach mit ihren historischen Landmaschinen. Überhaupt zeigte sich der Landkreis maschinenlastig, denn auch die Freunde der historischen Landtechnik Gießen-Wieseck hatten Oldtimer-Traktoren dabei. Schon häufig beim Hessentag präsentiert hat sich das Wettenberger Amateurtheater "Sammelsurium", das bunte Figuren aus "Aladdin und die Wunderlampe" auf die Parade schickte. Tradition brachte die Trachtentanzgruppe der Landfrauen Hüttenberg-Lützellinden mit. Abgeschlossen wurde der Block des Landkreises Gießen mit einem echten Klassiker – dem Licher Brauereigespann mit seinen sechs imposanten Kaltblutpferden.

25 000 bei "Just White"

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf punkte mit detailverliebt gestalteten Motivwagen und der Darstellung alter Handwerke. Doch Hessen kann auch international – das zeigte die Stadt Frankfurt mit verschiedenen Multi-Kulti-Beiträgen wie dem chinesischen Kulturverein Jasminblüte oder dem Motivwagen "180 Nationen".

Den weitesten Anreiseweg hatte wohl die Volkstanzgruppe aus Osmangazi in der Region Bursa in der Türkei. Die Region ist Partnerregion von Hessen.

(dpa). Ganz in Weiß gekleidet haben rund 25 000 Besucher des Hessentags in Herborn am Samstagabend gefeiert. Die Party "Just White" von Hit Radio FFH gehört traditionell zu den Publikumsmagneten des Landesfests. Von einem Regenschauer hätten sich die Besucher die Laune nicht verderben lassen, sagte FFH-Sprecher Dominik Kuhn. Die Party sei auch diesmal die beliebteste Veranstaltung.

Unter anderem mit einem großen Treffen des Sozialverbands VdK war am Samstagvormittag das Landesfest fortgesetzt worden. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) lobte die Arbeit des Verbands vor rund 5000 VdK-Mitgliedern als unverzichtbar. VdK-Landeschef Karl-Winfried Seif forderte eine Stärkung der gesetzlichen Rente, um einen Anstieg der Altersarmut zu verhindern. Das Rentenniveau müsse auf mindestens 50 Prozent des früheren Durchschnittseinkommens angehoben werden. Auf private Vorsorge zu setzen helfe nicht, sagte Seif.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare