Im Konflikt um den Ausbau der A49 kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Polizei und Aktivisten.
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Im Konflikt um den Ausbau der A49 kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Polizei und Aktivisten.

Dannenröder Forst

A49-Protest: Polizei äußert sich zu Großeinsatz - B62 erneut gesperrt

  • Florian Dörr
    vonFlorian Dörr
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Der Protest gegen den geplanten Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel nimmt erneut Fahrt auf. Nun äußert sich die Polizei zu den Plänen im Dannenröder Forst.

Update, 9.11.2020, 11.02 Uhr: Die Polizei äußert sich im Rahmen einer Pressekonferenz zu den aktuellen Maßnahmen rund um den geplanten A49-Ausbau im Dannenröder Forst und im Herrenwald. Dabei erklärt Sprecher Jochen Wegmann unter anderem, dass die B62 nach einer Aktion von Protestlern aktuell erneut vollgesperrt ist. Dort hängt mindestens ein Person an einem gespannten Seil über der Bundesstraße. Eine ähnliche Aktion hatte in den vergangenen Tagen schon für lange Verkehrsbehinderungen gesorgt.

Sylvia Frech, Sprecherin der Polizei Mittelhessen, erklärt derweil zu den weiterhin laufenden Maßnahmen: „Wir müssen damit rechnen, dass wir aktiv angegriffen werden.“ In den Wäldern halten sich nach Einschätzung der Polizei Protestler im dreistelligen Bereich auf. „Wir rechnen auch damit, dass sich gewaltbereite Personen im Wald aufhalten werden“, heißt es mit Blick auf die anstehenden Maßnahmen im Dannenröder Forst. Protest sei in Ordnung, Gewalt nicht.

A49-Protest: Bisher laut Polizei keine Corona-Neuinfektionen bei Beamten durch Einsatz

Einen genauen Zeitplan für das Vorgehen im Dannenröder Forst will die Polizei nicht veröffentlichen. Begründung: Polizeiliche Taktik. Über eine mögliche Erhöhung der Einsatzkräfte in den kommenden Einsatztagen und -wochen werde regelmäßig neu entschieden. „Wir bewerten die Lage täglich neu“, sagt Polizei-Sprecher Jochen Wegmann. In der Vergangenheit waren es zu Höchstzeiten rund 2000 Einsatzkräfte pro Einsatztag.

Die Corona-Pandemie, so die Polizei-Sprecher, sei auch für den Großeinsatz im Dannenröder Forst eine große Herausforderungen. Entsprechend sei ein Hygienekonzept erstellt worden, nach dem niederschwellig reagiert werde, sofern Beamte Symptome zeigen. „Durch den Einsatz sind keine Neuinfektionen bei Einsatzkräften nachgewiesen“, sagt Jochen Wegmann. Am Wochenende hatte es in diesem Zusammenhang einigen Wirbel rund um ein offenbar gefälschtes Schreiben der Polizei (siehe unten) gegeben.

A49-Protest: Vermeintlicher Polizei-Flyer sorgt für Diskussionen - Polizei in Gießen: „Fake“

Erstmeldung, 8.11.2020, 12.31 Uhr: Der Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel ist umstritten. Seit Monaten halten sich Ausbau-Gegner etwa im Dannenröder Forst und um Herrenwald auf, um die Rodung der entsprechenden Gebiete für die neue Autobahn-Verbindung zu verhindern. Die Polizei ist täglich vor Ort, es kommt immer wieder zu Auseinandersetzungen, auch Autobahn-Blockaden sorgten für Schlagzeilen.

A49: Gefälschtes Polizei-Schreiben bringt Einsatz und Corona in Verbindung

Nun ist ein Flyer in Mittelhessen aufgetaucht, der den Anschein erweckt, er stamme von der Polizei Mittelhessen. Inhaltlich geht es um den Ausbau der A49, den Protest dagegen und den großen Einsatz der Polizei. Wörtlich heißt es: „Polizeikräfte aus Hessen und anderen Bundesländern sind dafür seit Ende September in der Hessenkaserne im Herrenwald stationiert. Hierbei stellen uns die steigenden COVID-19 Fallzahlen vor Allem im Landkreis Marburg-Biedenkopf vor eine große Herausforderung.“

Fake-Schreiben: „Unterkunft für Einsatzkräfte anbieten, Infektionsgeschehen von der Polizei auf die Bevölkerung umschichten“

Im Weiteren wird die Bevölkerung um Hilfe gebeten: „Um das Risiko eines Totalausfalls der Polizei zu verhindern, wollen wir mit Ihrer Hilfe Einsatzkräfte über einen von Experten erstellten Verteilungsschlüssel zur Unterbringung auf Privathaushalte verteilen. Ein COVID-19 Infektionsgeschehen würde zwar so einzelne Privathaushalte betreffen, nicht jedoch mehr den gesamten Polizeieinsatz.“ Die Verfasser des Flyers schließen mit der Forderung: „Unterkunft für Einsatzkräfte anbieten, Infektionsgeschehen von der Polizei auf die Bevölkerung umschichten und den Großeinsatz ‚Lückenschluss A49‘ weiterhin durchführbar machen.“ Im Kopf des Flyers sind die Kontaktdaten und das Logo der Polizei Mittelhessen zu sehen.

Dieser Flyer hat für einige Diskussionen in Mittelhessen gesorgt. „Nicht zu fassen...“, kommentiert etwa eine Nutzerin auf Twitter.

Nun jedoch reagiert die Polizei Mittelhessen auf den Fall und stellt klar: Es handelt sich um eine Fälschung. Der auf dem Flyer beschriebene Plan existiert demnach in Wahrheit nicht. In den Sozialen Netzwerken will das nicht jeder Nutzer glauben. Bei der Polizei Mittelhessen heißt es: „Ist nicht schlecht gefälscht - das stimmt. Trotzdem stammt es nicht von uns. Welchen Sinn hätte es zudem solche Schreiben zu verteilen und es dann jedoch abzustreiten.“

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