A49-Gegner werfen Polizei Gewalt vor

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Gießen/Homberg/Ohm- Die Gegner des umstrittenen Weiterbaus der Autobahn 49 haben ihre Kritik am Polizei-großeinsatz im Dannenröder Forst und ihre Forderung nach einem Rodungsstopp erneuert. Bei einer via Twitter übertragenen Pressekonferenz erhoben die Aktivisten schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte: Wiederholt hätten diese im Zusammenhang mit der Räumung von Baumhäusern und Barrikaden in dem Waldstück Gewalt angewendet und Menschenleben gefährdet. Ein Polizeisprecher erklärte, "pauschale Gewaltvorwürfe" weise man zurück. "Wir als Polizei gehen tagtäglich mit größer Sorgfalt vor, auch in der Höhe. Uns ist es sehr wichtig, dass niemand zu Schaden kommt."

Im Dannenröder Forst werden Bäume für den Weiterbau der A49 gerodet. Um das zu verhindern, halten Umwelt- und Klimaschützer den Wald seit mehr als einem Jahr besetzt, die Polizei räumt das Waldstück seit 10. November Schritt für Schritt. Zuletzt hatte sich die Lage zugespitzt, nachdem es zu zwei Abstürzen von zwei Aktivistinnen und weiteren gefährlichen Zwischenfällen gekommen war.

Das hessische Verkehrsministerium geht weiterhin davon aus, dass der Planfeststellungsbeschluss für den Weiterbau der A 49 gültig ist. Aus der nun vorliegenden schriftlichen Begründung eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts lasse sich nichts Gegenteiliges ableiten, teilte das Ministerium gestern mit. Zuvor hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit Blick auf die Urteilsbegründung und einen festgestellten Rechtsfehler gefordert, diesen zu beheben und die laufenden Waldrodungen für die A 49 zu stoppen.

Nach dem Sturz eines Gestells aus Baumstämmen in Richtung Polizisten im Dannenröder Forst hat unterdessen die Staatsanwaltschaft Gießen Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts eingeleitet. dpa

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