2017 besser als erwartet

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  • Gerd Chmeliczek
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Der Leiter der Arbeitsagentur Gießen, Eckart Schäfer, hat eine positive Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. "Wir sind mit dem Verlauf des letzten Jahres sehr zufrieden", so Schäfer. "Wider unserer Erwartung, ist die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt deutlich zurückgegangen, die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gestiegen und der Bestand an Arbeitsstellen hat sich erhöht", teilt die Agentur mit.

Der Leiter der Arbeitsagentur Gießen, Eckart Schäfer, hat eine positive Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. "Wir sind mit dem Verlauf des letzten Jahres sehr zufrieden", so Schäfer. "Wider unserer Erwartung, ist die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt deutlich zurückgegangen, die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gestiegen und der Bestand an Arbeitsstellen hat sich erhöht", teilt die Agentur mit.

Verhalten optimistisch zeigt sich Schäfer beim Ausblick auf die bevorstehenden Monate. "Durch den weiterhin steigenden Fachkräftebedarf ist mit einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Daher blicke ich optimistisch nach vorn." Gleichzeitig stelle der Mitarbeiterbedarf bei den Betrieben eine große Herausforderung dar. "Bereits heute kämpfen wir mit Besetzungsproblemen bei Arbeits- und Ausbildungsstellen." Auch müsse das Arbeitskräftepotenzial von Langzeitarbeitslosen, Älteren und Frauen weiter ausgeschöpft werden. "Zudem wissen wir, dass viele Flüchtlinge trotz aller Sprachkurse und Qualifizierungen noch nicht soweit sind, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Es bleibt für uns noch viel zu tun."

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen mit den Landkreisen Gießen Wetterau und Vogelsberg waren 2017 im Durchschnitt 17 554 Menschen arbeitslos gemeldet – ein Rückgang um 1286 Erwerbslose gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresmittelwert um 0,5 auf durchschnittlich 4,8 Prozent. Bei den Stellenzugängen gab es einen Rückgang. Der Arbeitsagentur Gießen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber im abgelaufenen Jahr 21 166 neue sozialversicherungspflichtige Stellen. Dies waren 971 oder 4,4 Prozent weniger als im Jahr 2016.

Zu den Vorjahren unverändert sei die Nachfrage nach Fachkräften. Hier sei in den drei Landkreisen mit einem weiter steigenden Bedarf zu rechnen. Eine weitere große Herausforderung stelle der Übergang von der Schule zur Ausbildung und in den Beruf dar. Viele Jugendliche stehen dem Ausbildungsmarkt nicht zur Verfügung, da sie einen höheren Schulabschluss anstreben oder noch nicht die nötige Ausbildungsreife haben. Die demografische Entwicklung verschärfe diese Situation zusätzlich, schreibt die Arbeitsagentur. Langfristige und abschlussorientierte Qualifizierung von Erwerbslosen, Arbeitssuchenden und Beschäftigten werde durch die Arbeitsagentur weiter vorangetrieben und unterstützt. "Das lebenslange Lernen soll zum Standard werden."

Die Integration von geflüchteten Menschen sowie der Zuzug weiterer Flüchtlinge nach Deutschland sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung erklärt Schäfer. An deren Bewältigung habe die Arbeitsagentur einen besonderen Anteil. Unverändert bleibe die wichtigste Hürde für die Geflüchteten der Spracherwerb.

Die Zahl der über 50-jährigen Erwerbslosen sank im vergangenen Jahr durchschnittlich um 726 auf 5764., was einer Quote von 4,7 Prozent entspricht, 0,8 Prozent niedriger als noch ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen unter 25 Jahren war rückläufig: Im Schnitt waren 1880 junge Menschen , arbeitslos, 57 weniger als 2016. Die Quote sank um zwei Zehntel auf 4,9 Prozent.

Arbeitgeber meldeten von September 2016 bis Oktober vergangenen Jahres im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen 4366 Ausbildungsstellen – 337 Stellen mehr, als zum Abschluss des vorangegangenen Ausbildungsjahres. Knapp zwei Drittel der Stellen wurden im Dienstleistungsbereich und knapp ein Drittel vom Handwerk gemeldet.

Blick in die Region

Der nominal und prozentual stärkste Rückgang bei der Arbeitslosigkeit wurde im Kreis Gießen verzeichnet. Dort waren 2017 durchschnittlich 8217 Arbeitslose gemeldet – ein Rückgang im Jahresschnitt gegenüber dem Vorjahr um 729. Davon haben ältere Erwerbslose und Langzeitarbeitslose besonders profitieren können. Die durchschnittliche Quote ging um 0,6 Prozentpunkte auf nun 5,8 zurück.

Im Wetteraukreis waren laut Agentur im Schnitt 6958 Personen waren erwerbslos, was einem Rückgang um 527 entspricht. Auch hier profitierten vorwiegend Ältere und Langzeitarbeitslose. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank um 0,3 auf 4,3 Prozent.

Im Vogelsbergkreis ging die Zahl der Erwerbslosen leicht zurück. Nach dem Abgang von 30 Arbeitslosen im Jahresschnitt gegenüber 2016, lag die Zahl bei 2379. Dies entspricht einer Quote von 4,1 Prozent, 0,1 Prozentpunkte niedriger als 2016. (Foto: pm)

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