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Zwischen Scheintod und Lahnlust

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Das LZG-Sommerprogramm ist zwar immer knapper als das Angebot in den kühleren Monaten, aber dafür oft umso attraktiver. In diesem Jahr wartet das Literarische Zentrum in der Tat mit einem furiosen Veranstaltungsreigen auf. Alle Lesungen sind als Präsenzveranstaltungen geplant und Autoren wie Eva Demski oder Andreas Lukoschik sorgen für Höhepunkte.

Die gute Nachricht vorweg: Alle Lesungen des Literarischen Zentrums im nun vorgestellten Programm für die Sommermonate sind als Präsenzveranstaltungen geplant. Vorbei also die Zeiten von Livestreaming und Internetausfällen, obwohl auch weiterhin nach Möglichkeit im Nachhinein Lesungen auf dem LZG-YouTube-Kanal ein paar Tage lang zu sehen sein sollen. Und nun die schlechte: Ein spontaner Besuch der Lesungen ist quasi unmöglich, denn wegen der Corona-Auflagen und des stark begrenzten Platzangebots kommen nur Gäste mit Voranmeldung zum Zug. Ab Montag, 5. Juli (siehe Kasten) kann man sich auf verschiedenen Kanälen registrieren lassen.

Möglichst schnell Karten besorgen

Was Christina Hohememser vom LZG-Vorstand und Geschäftsführerin Janine Clemens aber nun als neue Programmangebote vorstellten, dürfte diese kleine Unannehmlichkeit schnell vergessen lassen. Denn im Programm zwischen Juli und September jagt ein Highlight das nächste.

So wird am Donnerstag, 8. Juli, im KiZ Eva Demski aus ihrem Roman »Scheintod« lesen. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Publizistin hatte den Roman bereits 1984 veröffentlicht, im Gespräch mit Hans-Jürgen Wirth vom Psychosozialverlag, der ihn in den politisch-gesellschaftlichen Kontext der turbulenten 1970er Jahre einordnet, wird aber deutlich werden, dass die Story nichts an Aktualität eingebüßt hat. Es geht um RAF-geschichte, das Frankfurt im Jahre 1974, um Liebe, Sexualität, Anarchie und Revolution. Die Lesung ist Teil der mit zahlreichen Veranstaltungen gespickten Reihe »Frankfurt liest ein Buch«, und auch diesmal heißt es wieder: »Gießen liest mit«.

Frauenfreundschaft und Kreuzfahrten

»Die Geschichte von Kat und Easy« erzählt Susann Pásztor in ihrem gleichnamigen neuen Roman, mit dem sie am 27. Juli im KiZ zu erleben sein wird. Es geht um die Freundschaft zweier Frauen, die im Teenageralter wegen eines Mannes und eines tragischen Unfalls zerbrochen war, und die die beiden Frauen nun, fast 50 Jahre später, bei einem Aufenthalt in Kreta analysieren.

Andreas Lukoschik, der in den 1980er Jahren mit seinem TV-Gesellschaftsmagazin »Leo’s« berühmt geworden ist und sich mittlerweile als »Loriot der Kreuzfahrtwelt« einen Namen gemacht hat, lädt am 9. September beim Marineverein zu einer Kreuzfahrt-Lesung auf der Lahn oder anschließendem Beisammensein mit Fingerfood in den Marinestuben ein. Man kann mit ihm um 17 Uhr in See stechen oder sich ab 18 Uhr auf dem Festland von seinem neuesten skurrilen, komischen und kurzweiligen Kreuzfahrt-Abc unterhalten lassen.

Vielverspechend ist auch die Lesung mit Andreas Matlé am 28. September im KiZ. Dort hatte der OVAG-Pressesprecher schon 2018 bei einem Werkstattgespräch seinen biografischen Roman über einen olympischen Ringer mit bewegter Biografie vorgestellt, nun hat der Autor die Hauptperson Roland Bock persönlich dabei. Gemeinsam werden sie den soeben erschienenen Roman »Bock!« vorstellen und Einblick in das Leben des mittlerweile 77-Jährigen geben, der sich als Lebenskünstler, Catcher, Gefängnisinsasse und echter »Schelm« immer wieder aus eigener Kraft aus dem Sumpf gezogen hat. Es ist eine spannende wahre Geschichte von Gewalt, Verzweiflung und Hoffnung.

OVAG-Siegtexte und »Ich.Morgen«

Zum LZG-Angebot gehört auch wieder eine Lesung mit den drei OVAG-Literaturpreisträgerinnen des Jahres 2020 Katharina Claus, Patrizia Klug und Lilli Weiskopf. Sie stellen ihre Geschichten am 12. September ab 11 Uhr in den Marktlauben (bei Regen im Netanya Saal) vor als Teil der Reihe »Eine(r) liest. Hier ist ausnahmsweise keine Anmeldung nötig. Das LZG bestreitet zudem die zwei Themenabschlüsse von »Ich.Arbeit« (17. Juli) und »Ich.Umwelt« (18. September), jeweils ab 16 Uhr mit einem bunten Programm im Rathaus. Beide Veranstaltungen sind Teil der Stadtbibliotheks-Aktion »Ich.Morgen« und werden noch einmal separat vorgestellt. Alles Infos dazu auch auf www.ichmorgen.de.

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