Stephanie Jana (l.) und Co-Autorin Ursula Kollritsch. FOTO: DASHUBER
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Stephanie Jana (l.) und Co-Autorin Ursula Kollritsch. FOTO: DASHUBER

Zwischen Quiche und Kirschlikör

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Der Roman "Coco, Sophie und die Sache mit Paris" von Stephanie Jana und Ursula Kollritsch ist soeben erschienen. Eigentlich war dazu auch eine Lese-show in Gießen geplant. Die muss nun auf später verschoben werden.

Viele Jahre hat sie auf das Ziel hingearbeitet, und zuletzt konnte die Gießener Autorin Stephanie Jana ihr Glück kaum fassen: Ein Autorenvertrag beim renommierten Goldmann Verlag, der neue, zusammen mit Ursula Kollritsch (Bonn) verfasste Roman "Coco, Sophie und die Sache mit Paris" stand in den Startlöchern und sollte Ende April in die Buchläden kommen, geplant dazu Premieren-Leseshows in Bonn und Gießen, obendrauf eine Lesereise.

Alles war perfekt geplant. Dann kam Corona. Für die beiden Autorinnen, deren Roman trotzdem seit 18. Mai in den Regalen der Buchhandlungen steht, eine "persönliche Katastrophe".

"Ich war regelrecht im Schockzustand und habe eine ganze Weile gebraucht, um zu verstehen, was das für Auswirkungen hat", sagt Stephanie Jana. Zusammen mit Ursula Kollritsch hat sie bereits 2015 den E-Mail-Roman "Das Jahr des Rehs" verfasst und veröffentlicht. Seitdem haben die beiden auf ihrem gemeinsamen Weg viele Höhen und Tiefen durchlebt, Verlag und Agent gewechselt, und mit ihrem neuen "Buch-Baby" - "der Begriff ist gewollt, denn einen Roman zu veröffentlichen, ist in etwa so, wie wenn man ein Kind zur Welt bringt" - sollte richtig durchgestartet werden. Die Freiberuflerin, die in Pohlheim und Frankfurt lebt und dort mit ihrer Agentur "stilsicher" vornehmlich als Lektorin arbeitet, fühlte sich ihrem Traum, hauptberuflich vom Bücherschreiben leben zu können, ein gutes Stück näher.

Doch dann legte Corona alles lahm. Die Buchmesse in Leipzig, bei der der Roman vorgestellt werden sollte, wurde abgesagt, dann folgte der Shutdown. "Die Buchbranche hatte es die letzten zehn Jahre sowieso immer schwerer - durch Corona ist sie regelrecht erschüttert. Wir auch. Alles wurde abgesagt. Alles zu. Zukunft unsicher. Von jetzt auf gleich."

Beschwingter Frauenroman

Stephanie Jana, die man eigentlich als gut gelauntes Energiebündel kennt, wird ernster, während sie das erzählt. Man merkt, dass sie den Rückschlag noch immer nicht ganz verdaut hat. "Ich habe erst durch die Corona-Krise gemerkt, wie viel Kraft ich in den vergangenen Jahren in diesen Roman gesteckt habe. Ich habe schon als Kind immer nur schreiben wollen und jetzt, war ich so nah dran, als Autorin vom Bücher schreiben leben zu können." Ihre Agentin sagte klar: "Wer jetzt noch Bücher verkaufen will, der muss kämpfen."

Und Jana und Kollritsch krempelten die Ärmel hoch. Verschoben gemeinsam mit dem Verlag das Erscheinungsdatum nach hinten. Suchten neue Termine für die bereits geplanten und im Verkauf befindlichen Lesungen. Ein halbstündiger Leseshow-Teaser auf YouTube gab dabei einen Vorgeschmack, was die Gäste erwartet, denn "Coco, Sophie und die Sache mit Paris" ist vor allem eins: Ein lustiger und locker-beschwingter Frauenroman. Jana und Kollritsch erzählen darin die Geschichte von Coco und Sophie, zwei gestressten Enddreißigerinnen, die sich in einem klapprigen Auto auf eine Reise nach Paris begeben, aber zu einem zunächst unfreiwilligen Stopp im Elsass gezwungen werden. Eine locker-leichte Sommergeschichte, voller skurriler Charaktere, mit viel Liebe, Musik und noch mehr Quiche und Kirschlikör (inklusive Rezepten!).

Doch wie kommt man eigentlich darauf, zusammen Bücher zu schreiben und dann auch noch auf die Distanz? Nun - Stephanie Jana und Ursula Kollritsch kennen sich von langen Tagen auf dem Spielplatz, als die eigenen Kinder noch klein waren. Dort entstand die Idee des gemeinsamen Schreibens.

Doch wie funktioniert das, ohne dass man im Buch einen Stilbruch bemerkt? Zunächst einigten sich die beiden auf einen Plot, dann erfand jede eine Hauptfigur und einige der Nebenfiguren. "Und dann schreibt eine von uns ein Kapitel, die andere liest und lektoriert, wir sprechen darüber und schleifen gemeinsam. Wir sind quasi gegenseitig unsere Regisseurinnen." So schreibt jeder einmal aus der Sicht jeder Figur - trotzdem wirkt "Coco, Sophie und die Sache mit Paris" wie aus einem Guss.

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