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Zwischen Afrika und Asien liegen nur wenige Meter

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Von: Christine Steines

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Bunte Vielfalt von Produkten aus aller Welt. © Christine Steines

Rechts vom Eingang Nepal, links Burkina Faso, in der Mitte Indien und Peru, ganz hinten Südafrika. »Ach, die großen Sonnengläser sind wieder da«, freut sich eine Kundin und bittet Karin Solms-Turski, Mitarbeiterin im Weltladen in der Schulstraße, es für sie einzupacken. Während sie das tut, unterhalten sich die Frauen über das Produkt: Die Sonnengläser sind Fair-Trade-Produkt aus Südafrika.

Sie wurden als vollwertige Lichtquelle für Menschen in Gebieten ohne Stromversorgung entwickelt. Mittlerweile hat die Sonnenglas-Produktion über 65 Vollzeit-Arbeitsplätze für zuvor arbeitslose Männer und Frauen aus Alexandra und Soweto geschaffen; bei uns gelten die dekorativen Lampen längst als Klassiker auf der Terrasse oder beim Campen.

Solche Geschichten gibt es im Weltladen in jeder Ecke, hinter jedem Produkt steckt eine spannende Story. Die Waren stammen entweder von den großen Fair-trade-Firmen, oftmals aber auch von ganz kleinen, kreativen Initiativen. Wer den Laden betritt, bewegt sich in Gedanken auf der ganzen Welt, zwischen Afrika und Asien liegen nur ein paar Meter. Während die Kunden einen Hocker aus Schiffsholz, ein Bilderbuch aus Elefantendung oder einen Untersetzer aus Fahrradketten anschauen, bekommen sie ganz nebenbei eine Idee von den Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die diese Gegenstände produziert haben. Oder auch nicht - denn einfach nur »schön finden« geht auch. Wer »nur« ein Geschenk auswählen oder schnell ein paar nachhaltig produzierte Lebensmittel kaufen möchte, ist hier ebenfalls gut aufgehoben.

Seit über 40 Jahren gibt es den Weltladen in der Stadt, doch erst seit 2019 die Räume in der Schulstraße bezogen wurden, wird er auch von der innerstädtischen Laufkundschaft wahrgenommen.

Die Frau mit dem Sonnenglas ist gegangen, eine Kundin beschäftigt sich mit dem Kerzensortiment, ein Stammkunde kauft Kaffee. Danach ist das Geschäft für ein paar Minuten leer. Karin Solms-Turski und ihre Kollegin Christine Wessel haben Zeit, einen Präsentkorb zu bestücken. Ein Baumwolltuch, Olivenöl, Wein, Kaffee und Schokolade wandern in den Korb. Ein 08/15-Standard-Paket gibt es hier nicht, die Frauen überlegen genau, was passen könnte. Wie das Präsent der oder dem Beschenkten schließlich gefallen hat, ist nicht überliefert. Doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Frauen das richtige Händchen hatten. (cg)

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