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Zwerge und Weltraum-Söldner

  • vonSebastian Schmidt
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Mittelerde, Westeros und Aventurien - fantastische Welten, deren Fans am Wochenende in die Hessenhallen zum Weltenwerker Konvent gekommen sind. Sie haben zusammen gelesen, gespielt und gezeichnet, trotz COVID-19. Im Vorfeld mussten die Veranstalter sich auch damit befassen.

Elfen, Zwerge, Vampire und Außerirdische haben sich am Wochenende in Gießen getroffen. Der Weltenwerker Konvent hatte für Samstag und Sonntag Fantasy- und Science-Fiction-Begeisterte in die Hessenhallen gerufen. Und die Fans sind gekommen.

Dabei lief im Vorfeld nicht alles glatt. Erst hielt das Coronavirus die Veranstalter beschäftigt, dann klappte das Versenden der Online-Tickets bei manchen nicht. Die Veranstalter kümmerten sich um beides: Die Tickets wurden von Hand verschickt und auf dem Gelände standen mehrere Desinfektionsstationen. Trotzdem sei wegen Corona von drei Ausstellern abgesagt worden. Zudem sei eine ganze Reihe von bereits vorbestellten Tickets nicht abgeholt worden. Vielleicht auch wegen Corona, vermutet Tara Moritzen, der die Pressearbeit für die Veranstaltung macht.

Der Einlass vor Ort lief reibungslos. Ein Kind mit Lichtschwert hielt Wache, während die Besucher ihre Eintritts-Bändchen bekamen.

Eintritt in eine andere Welt

Auf dem Gelände erwartete sie eine andere Welt. Eine mehr als zwei Meter hohe Pelz-Kreatur, ein "Wookie" aus Star Wars, läuft die Gänge entlang. Ein Zwerg haut mit seiner Axt durch die Luft. Eine Gruppe Barbaren steht um die Ecke. Live-Action-Roleplaying (LARP) nennt sich das. "Das ist kein Karneval", sagt Tatjana aus Nordrhein-Westfalen. Sie ist mit ihrer Gruppe "Legio Vulpes" nach Gießen gekommen und stellt einen Charakter aus einer fiktiven Endzeit-Welt dar. Ihre Kleidung besteht aus Stofffetzen, eine Knochen-Konstruktion ragt hinter ihrem Rücken auf und ihr rechtes Auge ist komplett weiß. Sie sagt Gewandung dazu. "Das ist kein Kostüm, wir verkleiden uns ja nicht. Sondern wir spielen eine Rolle; wie im Theater", erklärt sie.

Ein anderes Thema der Veranstaltung waren "Pen-und- Paper-Rollenspiele". Dabei sitzen die Spieler um einen Tisch. Ein Spielleiter beschreibt die Welt, und die Spieler übernehmen die Rolle eines Charakters. Das wurde auch vor Ort gespielt, und gleich mehrere Spieleverlage waren da. "So eine Veranstaltung ist ein schöner Treffpunkt. Man sieht Leute wieder. Das ist für uns ganz wichtig zur Vernetzung", sagte Patrick Jedamzik vom "System Matters"-Verlag aus Gelsenkirchen. Natürlich sei auch das Finanzielle wichtig. Man müsse schon mindestens das reinbekommen, was man ausgebe, um hier zu sein. Es laufe aber gut.

Es gab auch mehrere Spielbereiche, auf denen Besucher mit kleinen bemalten Plastikfiguren spielen konnten. Mal waren es Ritter, mal Weltraum-Soldaten oder Piraten. Man kann mit diesen Figuren aber nicht nur spielen, sondern sie auch bemalen. Um dieses Hobby zu zeigen, waren die Montagsmaler aus Marburg da. Sie nennen sich so, weil sie sich montags im "Game it Spielwaren" zum Figuren-Bemalen treffen. Johannes, selbst schon viele Jahre dabei, erklärt: "Malen ist meditativ. Wenn man einen stressigen Tag hat, ist es super, um wieder runterzukommen."

Auch Künstler vor Ort

Neben den Hobby-Malern gab es auch professionelle Künstler vor Ort, wie die Illustratorin Diana Rahfoth. Sie zeichne normalerweise für "Das schwarze Auge", das größte "Pen-und-Paper-Rollenspiel" in Deutschland. "Eine Freundin hat mich auf die Idee gebracht, hierherzukommen und live zu zeichnen." Spieler konnten bei ihr am Stand ihre Fantasie-Charaktere zeichnen lassen.

Und so gab es auf der Messe eine bunte Mischung aus Menschen, die ihr Hobby zeigten, und Firmen und Verlagen die entsprechende Produkte anboten. Es gab aber auch Roman-lesungen und Fachvorträge auf einer Bühne.

Es kamen auch Besucher, die mit dem Hobby eigentlich nichts zu tun haben. Ein älteres Ehepaar, Familie Vogler aus Linden, sei gekommen, da ihr Sohn so etwas mache, und sie sich das mal anschauen wollten. "Dass es so toll ist, hätte ich nicht gedacht. Das sieht nach richtig viel Spaß aus, was die Menschen hier machen", sagt die Mutter.

Eine Besucherin aus dem Landkreis Gießen sei von ihrem Mann hergeschleppt worden. Der interessiere sich für so etwas. Er dazu: "Dabei hat meine Frau schon mehr Sachen gekauft als ich."

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