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Zweite Grundschule in Wieseck

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Von: Burkhard Möller

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Auf einer Freifläche am Kiesweg auf dem früheren Firmengelände von Kappa Antipasti und Eli Lilly will die Stadt eine knapp 4000 Quadratmeter große Fläche anmieten, auf der eine zweite Grundschule gebaut wird. © Oliver Schepp

Die Wiesecker Grundschule platzt aus allen Nähten. Da das Areal der Weißen Schule keine Erweiterungsmöglichkeit mehr bietet, ist die Stadt im Stadtteil auf die Suche gegangen - und auf dem früheren Eli-Lilly-Gelände fündig geworden. Dort soll bis Sommer 2024 eine zweite einzügige Schule in Holzbauweise entstehen.

Die Zeiten, als in Gießen einzelne Grundschul-Standorte gefährdet schienen, weil nicht genug Kinder geboren wurden oder keine jungen Familien zuzogen, sind lange vorbei. Der Trend ist seit geraumer Zeit gegenläufig, wovon auch Container auf dem ein oder anderen Schulhof zeugen. Auch in Wieseck muss sich die Stadt derzeit mit zwei mobilen Unterrichtsräumen behelfen, weil die Weiße Schule aus allen Nähten platzt. Prognosen der Einwohnermeldebehörde gehen davon aus, dass die Zahl der Grundschüler im größten Gießener Stadtteil von gegenwärtig knapp 280 auf über 300 weiter ansteigen wird. Mit dem Neubau einer zweiten, einzügigen Grundschule soll der Druck zum Schuljahresbeginn 2024/25 rausgenommen werden.

Kai Laumann als Partner gewonnen

Über das Vorhaben informierte Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser am Dienstag in der Pressekonferenz des Magistrats. Eine Erweiterung am Grundschul-Standort Lichtenauer Weg »geht definitiv nicht«, erklärte die SPD-Stadträtin, die bei einem Schulbauvorhaben zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit auf einen Partner aus der Privatwirtschaft setzt. Während der im Fall der neuen Sporthalle für die Liebigschule noch nicht gefunden ist, hat die Stadt im Fall Weiße Schule II bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Der Magistrat empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, eine knapp 4000 Quadratmeter große Fläche auf dem zwischen Kiesweg und Teichweg gelegenen Firmengelände zu mieten, auf dem zuletzt das Lebensmittel-Unternehmen Kappa Antipasti und Jahrzehnte zuvor der US-amerikanische Pharmahersteller Eli Lilly ansässig waren. Die Gesamtfläche, von der nur ein kleiner Teil für den Schulneubau benötigt wird, der auf einer Freifläche am Südrand entstehen soll, wird derzeit von der HAKA Projektentwicklungsgesellschaft aus Wettenberg-Launsbach entwickelt, hinter der der bekannte heimische Bauunternehmer Kai Laumann steht. Er will dort in Holzbauweise ein Gebäude mit Außenbereich errichten, das Platz für vier Klassen, eine Mensa, Multifunktionsräume, Büros und Besprechungsräume bietet. »Das wird eine komplette einzügige Schule werden«, sagte Eibelshäuser.

Die HAKA GmbH sei das einzige Unternehmen gewesen, das auf eine Ausschreibung, mit der die Stadt eine Fläche gesucht hatte, mit einem Angebot reagiert habe. Das Grundstück selbst gehört der WFF Immobilien Gießen GmbH, die auch als Vermieter fungieren wird. Die Stadt geht von monatlichen Mietkosten in Höhe von 34 500 Euro aus, die Laufzeit des Vertrags beträgt 15 Jahre mit Verlängerungsoption. Auch die Möglichkeit, das Gebäude später zu kaufen, ist Bestandteil der zwischen der Stadt und dem Eigentümer getroffenen Vereinbarung.

Wie der am Montag beschlossenen Magistratsvorlage zu entnehmen ist, waren zwei Alternativflächen, die sich ganz oder weitgehend in städtischem Eigentum befinden, geprüft und aus unterschiedlichen Gründen verworfen worden. Die eine befindet sich im Bereich der Friedrich-Ebert-Schule, die andere hinter dem Bürgerhaus und dem Saalbau Schepers. Gesucht worden war in einem Ein-Kilometer-Radius. Mit den ganzen Abwägungen und Entscheidungen, die der Magistrat getroffen hat, soll sich der Ortsbeirat Wieseck am 16. Februar befassen - noch vor der Stadtverordnetenversammlung, die am 24. Februar erstmals in diesem Jahr tagt.

Schüler müssen nicht fahren

Eibelshäuser sagte weiter, dass es keine Schülertransporte zwischen den beiden Schulstandorten geben wird, allerdings müssten die Lehrkräfte pendeln. Wie die Zusatzschule mit Klassen belegt wird, bleibt der Schule überlassen. Die mittelfristige Schülerprognose für Wieseck geht ab Sommer von knapp 300 Schülern und danach bis 2027/28 von Steigerungen auf über 320 Kinder aus. An der Weißen Schule werden - neben dem normalen Unterricht der knapp 280 Schüler - aktuell 33 Kinder in Vorlaufkursen unterrichtet.

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Ein Modell der Schule, die in Holzbauweise errichtet wird. © Red

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