Zwei Demos zum Frauentag

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Gießen(kw). Das Coronavirus soll das Programm zum Internationalen Frauentag nicht ausbremsen. Derzeit sei keine Streichung geplant, sagte am Mittwoch Friederike Stibane, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gießen, im GAZ-Gespräch. Nur falls das Gesundheitsamt zur Absage raten sollte, würde man dem entsprechen. Die Justus-Liebig-Universität hat - wie berichtet - alle größeren öffentlichen Veranstaltungen bis zum Monatsende gestrichen. Darunter ist auch die Lesung mit Marlene Streeruwitz, die zum umfangreichen Frauentag-Programm gehörte.

Ein breites Bündnis hat für die Wochen rund um den 8. März rund 40 Veranstaltungen zusammengestellt, vom Filmabend zum Thema Abtreibung über den Menschenhandel-Vortrag bis zur feministischen Stadtführung. Öffentlich machen am kommenden Samstag (7. März) gleich zwei Kundgebungen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Die "Omas gegen rechts" wollen ab 11 Uhr mit einem Info-Stand am Kugelbrunnen und ab 12.30 Uhr mit einer Menschenkette im Seltersweg Femizide - Morde an Frauen, weil sie Frauen sind - ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Statistisch bringt an jedem dritten Tag ein Mann in Deutschland "seine" Frau um. Der Appell der Gruppe: "Es reicht - Aufstehen für den Schutz von Frauen."

Um 14 Uhr beginnt dann am Kirchenplatz eine Demo zum "Frauenkampftag", zu dem das linke "8.-März-Bündnis Gießen" aufruft. Unter dem Motto "Basta! Keine Gewalt gegen Frauen!" prangert es jährlich über 100 000 Opfer in Deutschland an. Gewalt gegen Frauen habe System, so die Veranstalterinnen. "Das Netzwerk aus Patriarchat und Kapitalismus beutet Frauen doppelt aus." Es fehlten 14 600 Plätze in Frauenhäusern.

"Femizid" im Fokus

Noch Karten gibt es für das Kabarett "Kaoshüter" mit Anna Mateur am Samstagabend in der Kongresshalle. Am Sonntag zum Frauentag verteilt der Zonta-Club Burg Staufenberg-Gießen wieder Rosen an "Frauen, deren Arbeit erst auffällt, wenn diese ausfällt". Zu den weiteren Höhepunkten gehört eine Film-Matinee "Una Primavera" am 8. März im Kino Traumstern in Lich, das Schauspiel "Nichts was uns passiert" mit Nachgespräch am 12. März auf der taT-studiobühne sowie ebenfalls am Donnerstagabend im Alten Schloss die Eröffnung einer Ausstellung "Feuer und Flamme für diese Stadt" über die Frauenbewegung in den 80er Jahren.

Das gesamte Programm steht unter www.giessen.de, ein Faltblatt liegt unter anderem im Rathaus aus.

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