Zuversicht und mahnende Worte

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Es tut sich etwas an der Uniklinik. Pünktlich zum Neujahrsempfang des JLU-Fachbereichs Medizin und seines Krankenhauses wurde (wie berichtet) bekannt, dass sich Stadt und Klinik auf die Planung für einen Anbau, den "fünften Finger" geeinigt haben. Bei aller Freude darüber dürften andere Teile aber nicht ins Hintertreffen geraten, war der Tenor am Donnerstag bei der Feier zum Jahresauftakt. Als erster Redner sprach Professor Wolfgang Weidner, der Dekan des Fachbereichs. Unter den Erfolgen anno 2018 betonte er die Neuerungen in der Herz- und Lungenforschung: Sie schärften das Profil des Fachbereichs und erhöhten durch Drittmittel das Budget der Unimedizin insgesamt.

Es tut sich etwas an der Uniklinik. Pünktlich zum Neujahrsempfang des JLU-Fachbereichs Medizin und seines Krankenhauses wurde (wie berichtet) bekannt, dass sich Stadt und Klinik auf die Planung für einen Anbau, den "fünften Finger" geeinigt haben. Bei aller Freude darüber dürften andere Teile aber nicht ins Hintertreffen geraten, war der Tenor am Donnerstag bei der Feier zum Jahresauftakt. Als erster Redner sprach Professor Wolfgang Weidner, der Dekan des Fachbereichs. Unter den Erfolgen anno 2018 betonte er die Neuerungen in der Herz- und Lungenforschung: Sie schärften das Profil des Fachbereichs und erhöhten durch Drittmittel das Budget der Unimedizin insgesamt.

Neben anderem thematisierte Weidner das Exzellenzcluster "Cardio-Pulmonary Institute", den die JLU mit der Goethe-Universität Frankfurt und dem Bad Nauheimer Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung initiiert hat, sowie den im April eröffneten "Campus Kerckhoff" in Bad Nauheim. Beides helfe, die Gießener Universitätsmedizin als weltweit führend auf dem kardio-pulmonalen Gebiet zu etablieren. Demnächst wolle man die Onkologie zum Spitzenzentrum entwickeln, wobei Fachbereich und Dekanat hier "eine kooperative Aktivität" mit Marburg und Frankfurt anstrebten. Ferner nannte Weidner die digitale Medizin und die Psychiatrie als künftige Schwerpunkte.

Professor Werner Seeger, der Ärztliche Geschäftsführer des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM), bestätigte, die Unimedizin habe "dramatische Fortschritte gemacht". In seinem nachdenklichen Grußwort warnte er jedoch davor, allzu zufrieden zu sein. "Wir waren noch nie in einer so guten Situation, was den Klinikbau betrifft", sagte er. Die Frage sei nur, ob der Fortschritt in Sachen Organisation ähnlich schnell laufe.

Perspektive für alte Lungenklinik

Rund 14 Jahre nach der Fusion der Gießener mit der Marburger Uniklinik gebe es weiter Defizite, meinte Seeger. Solle die Uniklinik zu einem "Hauch von Oxford an der Lahn" werden, dürfe nicht "ein Sich-Zurücklehnen entstehen". "Wir haben alle Chancen, wenn wir wach sind, sie zu nutzen", schloss der Pneumologe, nachdem er für eine engere Kooperation der Gießener und der Marburger plädiert hatte: "Zwei Regionalligaklubs, die sich ab und zu zum Kaffee treffen, machen noch keinen Champions-League-Club."

Eine Vision für die alte Lungenklinik steuerte Gunter Weiß bei. Der Vorsitzende der UKGM-Geschäftsführung sagte, Ziel ihrer "Sanierung und Weiterentwicklung" sei, dort ein "Ambulanzzentrum mit niedergelassenen Ärzten" einzurichten. Unter den schwierigen Themen rangierte 2018 die Umstellung des klinikeigenen Informationssystems ganz weit oben. "Wir wussten damals nicht, was für ein steiniger Weg das wird", gestand Weiß und fügte hinzu, inzwischen sei auf jeden Fall ein "stabiler Betrieb" gewährleistet.

Der positive Trend bei den Finanzen schwang in allen Reden mit. So zeigte sich JLU-Präsident Professor Joybrato Mukherjee "ausgesprochen zufrieden" mit dem "ersten Jahr, in dem wir den Fachbereich Medizin wieder in die wohlverdiente finanzielle Autonomie entlassen haben". Sein Zwischenfazit: "Es ist alles auf Gleis" beim "Impulsgeber für die Universität" – und das komme der gesamten Hochschule zugute. "Wenn die Medizin nicht erfolgreich ist, kann die Universität auch nicht erfolgreich sein", sagte Mukherjee.

Stephan Holzinger, der Vorstandsvorsitzende des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum AG, erklärte, von Unternehmensseite erfahre die Uniklinik längst "eine ganz andere Wertschätzung". Außerdem sprach Irene Bauerfeind-Roßmann, Ministerialdirigentin im hessischen Kultusministerium. Abgerundet wurde der Empfang mit einem Vortrag von Frank Wissing, dem Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages, über "Studienplätze in der Medizin: Ein Mehr, ein Besser, ein Woanders geht nur mit den medizinischen Fakultäten".

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