Unbekannte Täter haben letztes Jahr Toilettenpapier im Ofen des Studentenwohnheimes angezündet. ARCHIVFOTO: PM
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Unbekannte Täter haben letztes Jahr Toilettenpapier im Ofen des Studentenwohnheimes angezündet. ARCHIVFOTO: PM

Zunder am Eichendorffring

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). Zwei Brände in zwei Wochen - für die Anwohner im Eichendorffring weckt das schlimme Erinnerungen. Denn vor einem Jahr gab es rund um die Studentenwohnheime eine Reihe von Brandstiftungen. Der Verdächtige von damals kann es aller Wahrscheinlichkeit nach diesmal nicht gewesen sein - er ist zwischenzeitlich abgeschoben worden.

Verdächtiger flüchtete auf Dach

Begonnen hatte die Brand- serie im vergangenen Jahr am 12. September. Damals war im Untergeschoss des Y-Hauses eine Waschmaschine angezündet worden. In den Wochen danach kam es immer wieder zu Bränden: Müllcontainer in Flammen und zerstörte Waschmaschinen. Den Höhepunkt erreichten die Brandstiftungen am 20. Oktober. Unbekannte Täter hatten Toilettenpapier in Öfen entzündet; jeweils in einer Küche im E- und F-Haus. Bei den 850 Bewohnern der Wohnanlage hatte die Brandserie für Angst gesorgt. Es war damals erzählt worden, dass Bewohner vor Sorge ausgezogen seien.

Am 5. Dezember nahm die Polizei dann einen Verdächtigen fest. Der 24-Jährige war morgens von der Polizei in seiner Wohnung überrascht worden und auf ein Dach geflüchtet. Nach einer Weile hatten die Beamten ihn widerstandslos festgenommen und den Mann anschließend mangels Haftgründen freigelassen.

Im Juli dieses Jahres erging dann doch ein Haftbefehl. Der Verdächtige hatte seinen Wohnsitz verloren; damit lag ein Haftgrund vor. Dem Mann war zunächst vorgeworfen worden, am Eichendorffring und im Anneröder Weg drei Müllcontainer und am Kugelberg einen Gartenschuppen angezündet zu haben. Verurteilt wurde er für diese Taten aber nicht.

"Das Verfahren wird nicht weiter betrieben", sagte jetzt Staatsanwalt Thomas Hauburger. Der Grund: Am 2. September sei der Verdächtige aus der Untersuchungshaft heraus nach Tunesien abgeschoben worden. "Da es sich nur um Sachbeschädigung handelt, haben wir der Abschiebung den Vorrang gegeben."

Abschiebung aus der U-Haft heraus

Am 25. Oktober brannte jetzt wieder ein Müllcontainer am Eichendorffring, am 1. November wieder ein Herd im Y-Haus. Jörg Reinemer, Sprecher der Polizei Mittelhessen, gibt vorerst Entwarnung: "Im Moment sieht es nach einem technischen Defekt der Herdplatten aus." Und damit nicht erneut nach Brandstiftung. Die Ermittlungen laufen allerdings weiter.

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