Wort zum Sonntag

Zum Abschied

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Über zehn Jahre hinweg habe ich in Abständen das »Wort zum Sonntag« verfasst. Sowohl Grünberg als auch Buseck liegen im Einzugsbereich der Gießener Zeitungen; und die Spanische Katholische Gemeinde befindet sich sogar mittendrin.

Nur ein einziges Mal habe ich auf eine Eingabe einen Leserbrief erhalten: Der Leser hielt mir vor, ich hätte den Namen Jesus Christus nicht erwähnt; in einem Beitrag eines Kirchenvertreters sei das aber eine Bringschuld. Selbstverständlich habe ich mich dieser Kritik gestellt und geantwortet. Dabei habe ich so argumentiert, wie ich es heute immer noch für richtig halte: Dass ein solcher Artikel erst einmal die Lebenswelt der Leserinnen und Leser aufgreifen soll und von deren Erfahrungen her den Bogen schlägt - und nicht etwa überspannt - zu dem, was unsere christlichen Glaubensinhalte sind.

Dennoch komme ich nicht umhin, dem Mann nachträglich ein wenig recht zu geben: Wie oft verstecken wir Männer und Frauen der Kirche unsere eigentliche Botschaft! Wie oft trauen wir uns nicht, mit unserem Auftrag gerade heraus auf unsere Zeitgenossen zuzugehen - aus Angst, sie irgendwie zu verschrecken oder sie nicht mitzunehmen. Die Jünger Jesu und die Glaubenszeugen aller Zeiten waren da nicht so zögerlich und zimperlich.

Deshalb möchte ich jenem kritischen Leser von damals nachträglich Genugtuung geben und in meinen letzten Zeilen klar bekennen, bevor ich als Pfarrvikar nach Lauterbach wechsele: »Jesus Christus ist der Herr. Er ist der Heiland und Erlöser aller Menschen. Durch seinen Tod am Kreuz und die Macht seiner Auferstehung hat er die gefallene Schöpfung gerettet. Am Ende aller Zeit wird er wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten«. Das ist der christliche Glaube, jedenfalls sein wesentlicher Kern. Und die Gottes- und die Nächstenliebe kommen natürlich auch noch dazu.

Pfarrer Jonas Adam, kath. Pfarrei St. Peter und Paul Lauterbach-Schlitz

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