Das Gebäude C11 ist eines von drei Neubauten im östlichen Campusbereich.
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Das Gebäude C11 ist eines von drei Neubauten im östlichen Campusbereich.

Technischen Hochschule Mittelhessen

Neubauten an THM-Campus eingeweiht: „Hier liegt die Zukunft“

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Viel Lob gab es bei der Einweihung von drei weiteren Neubauten am Campus Wiesenstraße am Mittwoch für die Aufstellung der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Gießen – Zwischen Moltkestraße, Ringallee und Eichgärtenallee wird viel nachgedacht, meistens über technische Lösungen. Am Mittwoch (12.01.2022) hat Prof. Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, den neuen Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher eingeladen, auf dem neuen Campus über stadtpolitische Lösungen nachzudenken. »Das können Sie beim Spaziergang in der Mittagspause an unserem umgestalteten Wieseckufer gut machen«, sagte Willems bei der coronabedingt kleinen Einweihungsfeier für drei neue Gebäude, die seit 2018 östlich der Wiesenstraße entstanden sind.

THM-Campus an der Wiesenstraße in Gießen: Maschinenbauer und Energietechniker profitieren

Der Landschaftsbau mit der neuen Wieseckbrücke ist dabei der weiche Standortfaktor. Der harte, mit Werkstatt-, Labor-, Lehr- und Bürogebäude C11, C15 und C16 und gelegen zwischen Ringallee, Eichgärtenallee und Moltkestraße, wird künftig von den Fachbereichen Bauwesen sowie Maschinenbau und Energietechnik genutzt. Die »Location« der Einweihung, die in einer hohen Halle mit Deckenkran und Industriemaschinen stattfand, zeigte, dass die THM ihren anwendungsorientierten Weg fortsetzen wird.

»Diesen beiden Fachbereichen, und damit auch der THM insgesamt, ermöglichen diese Gebäude eine deutliche Aufwertung von Räumlichkeiten und Ausstattung«, sagte Willems. Die Werkstätten und Labore erlaubten praktischen Lehrbetrieb auf dem Stand der Technik. »Die Innenarchitektur steht mit ,Lernen am gebauten Objekt‹ unter dem richtigen Motto«, betonte der für strategische Bauplanung und Nachhaltigkeit zuständige THM-Vizepräsident Prof. Dirk Metzger. Insbesondere in den Gebäuden C15 und C16 werde auf zurückhaltenden Materialieneinsatz mit industriellem und werkstattartigem Charakter gesetzt. C11 hingegen nehme gestalterisch das Leitbild einer transparenten, offenen und kommunikativen Hochschule auf - speziell mit seiner zentralen Eingangshalle als kommunikativer Mitte.

THM-Campus an der Wiesenstraße in Gießen: Investitionen von 45 Millionen Euro

»Die neuen Gebäude zeigen, wie sich der historische Kernstandort der Technischen Hochschule Mittelhessen modern und sinnvoll weiterentwickeln kann - so geben wir Hessens klugen Köpfen noch mehr Platz zur Entfaltung«, sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn. »Bauprojekte wie diese unterstreichen die große Bedeutung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Sie haben eine 50-jährige Erfolgsgeschichte hinter sich und arbeiten praxisnah an den großen Aufgaben der Zukunft«, sagte Dorn. Mit ihrer Forschung zu Energieeffizienz, Speichertechnologien und Materialien leiste die THM einen wichtigen technologischen Beitrag, um die Klimakrise zu überwinden.

Eine Brücke verbindet am Wieseckufer nun die Campus-Bereiche auf beiden Flussseiten.

Insgesamt hat das Land Hessen 43,8 Millionen Euro für Bau und 1,3 Millionen Euro für technische Ausstattung des modernisierten und erweiterten C-Campus investiert. Auf 11 000 Quadratmetern Grundfläche sind direkt am Schwanenteich drei markante Gebäude entstanden, die auf 5700 Quadratmetern Nutzfläche Lernen, Lehren und Forschen ermöglichen. Die zentrale Versorgung des gesamten Campus mit Strom, Kälte, Fernwärme und Datennetzanbindung erfolgt aus dem Keller des Neubaus C16, wo auch überschüssige, auf den Dächern generierte Solarenergie gespeichert wird.

THM-Campus an der Wiesenstraße: Gießener können flanieren

Dr. Martin Worms, Staatssekretär im Hessischen Finanzministerium, lobte Planung und Umsetzung des Vorhabens: »Die beiden Neubauten bilden den Auftakt der Umgestaltung des Campus Wiesenstraße. Hier sehen wir wieder einmal, dass die Durchführung von Planungswettbewerben zu einer hohen Qualität führt. Die Gebäude zeigen auf, wie zeitgemäßer Hochschulbau aussehen kann.« Denn der neue Campus-Bereich beruht auf einem gemeinsam mit städtischen Gremien entwickelten »Masterplan Campus Wiesenstraße« aus dem Jahre 2012.

Dass dieses Ensemble die Umwelt einbezieht, stellte OB Becher fest: »Hochschulen und Stadt haben eine gemeinsame Aufgabe und Verantwortung, die künftige Stadt auch klimagerecht zu gestalten. Die Wieseck als städtisches Gewässer durchfließt den Campus der THM. Hier zeigt sich an einem Beispiel die Aufgabe wie auch eine Lösung: Denn hier wird durch gemeinsame Anstrengung ein Stadtraum für alle qualitativ hochwertig entwickelt.« Er verwies darauf, dass neben Renaturierung und ergänzender Bepflanzung auch Sitzbereiche entstanden sind: »Das verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität sowohl für Studierende als auch für die Stadtbevölkerung.« Die beiden Hochschulen seien ein »Lebenselixier« für die Stadt. Becher wie auch Ministerin Dorn verwiesen auf die wegweisende Zusammenarbeit von Stadtwerken und THM bei der autarken Energieversorgung des neuen Wohngebiets »Philosophenhöhe« im Osten Gießens.

Gemäß »Masterplan Campus Wiesenstraße« sind bis etwa 2031 weitere bauliche Veränderungen im Umfeld der beiden THM-Türme und vorne an der Eichgärtenallee geplant, wo zwei weitere Altbauten langfristig Neubauten weichen werden. Deren Höhen werden an die umgebende Wohnbebauung angepasst. Dafür stehen weitere rund 95 Millionen Euro aus den verschiedenen HEUREKA-Programmen zur Verfügung. (Burkhard Möller)

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