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Die Stadt solle sich für den Erhalt des Teiches hinter dem Feuerwehrgerätehaus einsetzen, fordert der Ortsbeirat Rödgen.

Zoff um Mountainbiker

  • VonKlaus-Dieter Jung
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Gießen-Rödgen (rc). Die erste Sitzung nach der Konstituierung im Mai verlangte den Ortsbeiratsmitgliedern am Dienstagabend einiges ab. Warme Temperaturen, Maskenpflicht und 20 Tagesordnungspunkte, dazu ein Initiativantrag. Rund zweieinhalb Stunden dauerte das Treffen.

Erster Aufreger: In den Rödgener Waldgebieten, insbesondere im Bergwald und im Udersberg soll das Befahren mit Zweirädern - vor allem mit Mountainbikes - abseits von ausgewiesenen Wegen untersagt werden. Christoph Thiel (CDU) hat eine zunehmende Nutzung des Rödgener Waldes durch Mountainbiker »von nah und fern« ausgemacht. Eigens hergerichtete Trails abseits vorhandener Wege würden inzwischen im Internet genau beschrieben und beworben, betonte Thiel.

Ganz anders sieht das die RGG-Fraktion: Sie fordert die Stadt auf, die Möglichkeiten für die Einrichtung einer Mountainbikestrecke im Bergwald zu prüfen. Konstantin Becker sieht es als notwendig an, die Mountainbike-Aktivitäten zu steuern. Junge Leute müssten in Zeiten von Corona »an allen Ecken und Enden zurückstehen«, argumentierte er. Zur Übernahme haftungsrechtlicher Fragen existierten positive Interessenbekundungen, wusste der Antragsteller. Sebastian Mauthe (FW) geht der CDU-Antrag zu weit, das RGG-Papier ist ihm »zu schnell«. Ortsvorsteherin Elke Victor verteilte Schriftverkehr mit Stadtförster Ernst Ludwig Kriep und berichtete von einem Treffen mit ihm und Jugendlichen. Dort seien doch Vorbereitungen angesprochen worden, zeigte sie sich überrascht vom RGG-Papier. Nach einer Sitzungspause stellte Becker den Antrag zurück, dem CDU-Antrag wurde mehrheitlich bei Enthaltung von RGG und Grünen zugestimmt.

Platz für Bau einer Grillhütte gesucht

»Jetzt ist die Stadt dran«, forderte Jürgen Theiß (FW) zur geplanten Grillhütte, um die Rödgener tatkräftig beim Bau einer Grillhütte zu unterstützen und ein geeignetes Grundstück zu finden. FW, SPD und CDU brachten den Antrag ein und schlugen zwei Standorte hinter dem Bergwald vor. Hier sei ausreichend Platz und das Gelände auch für Gehbehinderte gut zu erreichen. Schon Jahre fordern die Rödgener eine Grillhütte. »Der Ortsbeirat und die Einwohner sind immer wieder hingehalten worden«, bemängelte Theiß. Und er verwies auf eine klare Weisung der Stadtteilbewohner: »Wir wollen eine Grillhütte«. Jan Sieber (RGG) bedauerte, dass seine Fraktion nicht in die Antragstellung eingebunden wurde. Er will weitere Standortvorschläge einreichen. Mit den genannten Standorten hat Dr. Martin de Jong (Grüne) Probleme. Schließlich wurde die RGG als weiterer Antragsteller aufgenommen, FW, CDU und SPD stimmten wie zwei RGG-Vertreter für den Antrag, de Jong lehnte ab und ein RGG-Mitglied enthielt sich.

Falterumsiedlung aus »In der Roos«

Einen erfolgreichen Coup landete Thiel mit seinem Initiativantrag zur geplanten Bebauung »In der Roos« und brachte damit das Papier von Konstantin Becker (RGG) zum Scheitern. Der wollte an die Stadt herantreten und um Auskunft über den Stand der Falterumsiedlung bitten, ob das Ziel der Falterumsiedlung erreicht wurde und wie hoch die entstandenen Kosten sind. »Die Kosten interessieren uns nicht«, warf Jürgen Becker (SPD) ein. Nun bittet der Ortsbeirat um einen Bericht über den Sachstand zur Umsetzung des Bebauungsplans und mit der Enthaltung des Grünen-Vertreters ging das Papier auf den Weg. RGG und Grüne kamen mit ihrem Ansinnen gegen die fünf Stimmen von FW, CDU und SPD nicht zum Zug.

Zwei weitere Anträge beschäftigten sich mit der Einrichtung einer E-Ladestation. Becker bat um Prüfung, ob am Bürgerhaus eine solche gebaut werden kann. Wert legt er drauf, dass auf dem Parkplatz der Parkraum nicht reduziert wird. Alternativ dazu sollte ein geeigneter Standort gefunden werden. Auch die RGG treibt das Thema einer Stromtankstelle um, schließlich wurden die Anträge zusammengefasst und gingen einmütig auf den Weg.

Die Stadt soll sich zudem für den Erhalt des Teiches hinter dem Feuerwehrgerätehaus einsetzen. Der Ortsbeirat fordert auch die Bewertung des Gutachtens über die Grundwasserbelastung. Ob der Teich überhaupt als »Löschteich« einzustufen ist und damit Sicherheitsanforderungen zu erfüllen hat, prüft das Rechtsamt, auf dessen Stellungnahme warten die Rödgener Bürgervertreter . Und sie wollen auf keinen Fall, dass er »verlandet« wird, wie einst vom Magistrat in die Diskussion eingebracht wurde.

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