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Gute Stimmung ist bei den Gießener Paradartern garantiert. Vorn im Bild mit Mütze Initiator Mustafa Karakas. FOTOS: PM

Ziel fest im Blick

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Gießen(pm). Die Präzisionssportart Darts erlebt seit einigen Jahren einen regelrechten Hype. Im Fernsehen schauen Millionen Menschen zu, in den Hallen - etwa bei der Darts-EM in Dortmund - über 25 000 Fans. Mit dem Klischee einer reinen Kneipensportart hat Darts nicht mehr viel zu tun. Dennoch: Auch die Geselligkeit darf beim Darts nicht fehlen - bei den "Paradartern" aus Gießen wird sie besonders groß geschrieben.

Die "Paradarter" sind ein Team, das ausschließlich aus Dartspielern mit Handicap besteht. Sie treffen sich regelmäßig, in der Regel jeden dritten Freitag im Monat, unter dem Dach des "Krombacher Ecks" in der Troppauer Straße in Gießen.

Nahezu alle Spieler sind mit der Lebenshilfe Gießen verbunden. Gleiches gilt auch für den Initiator der "Paradarter": Mustafa Karakas. Karakas arbeitete bei der Lebenshilfe für den Dienst des Unterstützten Wohnens (UWO). "Mein Schwerpunkt ist eigentlich die Erlebnispädagogik. Ich probiere daher viele Freizeitprogramme mit meinen Klienten aus", erläutert der engagierte Gießener, der auch die Paradarter, die aus einer UWO-Freizeitgruppe entstanden sind, zusammengeführt hatte.

Heute begleitet Mustafa Karakas die E-Dart-Spieler (Automatendarts) gemeinsam mit Harald Webelsiep, einem Darts-Trainer des Krombacher Ecks, sowie Lebenshilfe-Mitarbeiterin Ann-Kristin Bomball. "Ich hätte nie gedacht, dass es so einen Ansturm an Interesse gibt", sagt Karakas, der sich mittlerweile über 15 Gruppenteilnehmer freut.

Und der Zusprucb steigt weiter. Das Zielen auf die Scheibe wird für die Mitglieder der "Paradarter" somit zu einem wichtigen Ziel im Leben.

Bei Paradarts - dem Darts für Menschen mit Behinderung - handelt es sich, speziell in Hessen, um eine noch relativ junge Erscheinung, die allerdings immer stärkeren Zulauf erfährt. "Wir in Gießen sind eigentlich ein Vorreiter in unserem Bundesland", erläutert Karakas, der hofft, dass es in Kürze zur Gründung eines Hessenkaders, der zukünftig gegen Teams aus anderen Bundesländern antritt, kommt.

Paradarts-Teams spielen in der Regel ausschließlich gegeneinander, wobei bei Turnieren zwischen körperlicher, sogenannter geistiger sowie psychischer Behinderung differenziert wird. "Allerdings trainieren wir als Mannschaft immer gemeinsam", sagt Mustafa Karakas, dessen Paradarter erst kürzlich an den "Hessen Dart Championships" in den Gießener Hessenhallen teilgenommen hatten.

Generell kommt das Thema Inklusion natürlich auch bei den Gießener Paradarts-Spielern nicht zu kurz. "Im Krombacher Eck gibt es viel Austausch und Kontakt mit anderen Personen oder Dartsvereinen - das ist eine gute Sache", findet Karakas, dem wichtig zu betonen ist, dass die "Paradarter" nicht nur Personen mit Bezug zur Lebenshilfe offenstehen: "Wir freuen uns über jeden Menschen mit Handicap, der zu uns stößt. Hier herrscht eine gute Gemeinschaft."

Den Spielern sind - neben dem Darts - gute Gespräche und ein harmonisches Miteinander besonders wichtig.

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