Stolz zeigt Mikelanxho Rrushi sein Abschlusszeugnis als Kaufmann für Büromanagement. FOTO: PM
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Stolz zeigt Mikelanxho Rrushi sein Abschlusszeugnis als Kaufmann für Büromanagement. FOTO: PM

Ein Zeugnis mit besonderem Wert

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Gießen(pm). Stolz, sehr glücklich und dankbar hält Mikelanxho Rrushi das Abschlusszeugnis seiner Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement in der Hand. Ohne seine in Albanien lebende Familie, aber mit ganz viel Unterstützung des Caritasverbandes Gießen hat er seine Ausbildung erfolgreich beendet.

"Dafür gibt es keine Worte", sagt er, als er nach seinen Erfahrungen der letzten drei Jahre gefragt wird. "Das war sehr schwer, ich musste doppelt so viel lernen wie meine deutschen Mitschüler." Neben den fachspezifischen Lerninhalten musste Rrushi seine Deutschkenntnisse verbessern. "Als er hier anfing, konnte er kaum Deutsch. Heute träumt er auf Deutsch", erzählt sein Ausbilder Ruben Jahrling.

Rrushi stammt aus Albanien, wo er nur drei oder vier Jahre die Schule besuchen konnte. 2014 kam er als 13-Jähriger mit seinen Eltern nach Deutschland. Später wurden die Eltern abgeschoben, Mikelanxho Rrushi kam als 16-Jähriger in den Kinder- und Jugendhilfeverbund St. Stephanus des Caritasverbandes Gießen, der damals viele "unbegleitete minderjährige Ausländer" aufnahm. Nach einer einjährigen Hospitation konnte er dank einer finanziellen Förderung durch den Caritasverband für die Diözese Mainz eine Ausbildung in der Verwaltung der Caritas Gießen beginnen.

Nicht nur die deutsche Sprache und viel Unterrichtsstoff beschäftigte. "Ich habe die deutsche Kultur angenommen und mich persönlich weiterentwickelt. Ich musste schnell erwachsen werden." Diese Eingewöhnung sei schwer gewesen, aber "heute fühle ich mich hier zu Hause".

Rückblickend betrachtet er die Zeit in St. Stephanus und in der Ausbildung als "sehr schön". Sein Ausbilder Ruben Jahrling, Verwaltungschef Andreas Groth, die Kolleginnen und Kollegen hätten ihm vieles mehrfach erklärt, wenn es nötig war. "Die hatten alle sehr viel Geduld und ich hatte sehr viel Unterstützung!", sagt er dankbar. Heute sei er anderen Auszubildenden einen Schritt voraus, denn er sei in dieser Zeit auch selbstständig und erwachsen geworden.

Das Zeugnis hat für ihn einen besonderen Wert: "Es ist mein erstes richtiges Abschlusszeugnis!" Ein halbes Jahr wird er weiterhin beim Caritasverband arbeiten und sich dann einen neuen Job suchen. Und er will unbedingt weiter lernen, nicht nur, um die deutsche Sprache noch besser zu beherrschen, sondern auch, um sich im Beruf weiterzubilden, vielleicht einen Abschluss als Fachwirt zu machen oder zu studieren.

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