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Prof. Rainer Eckert

Zeitzeuge des Stasi-Unrechts im Gottesdienst

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Gießen (pm). Für den 3. Oktober, den Tag der deutschen Einheit, lädt die Johannesgemeinde in die Kirche ein. Als Zeitzeuge wird im Gottesdienst Prof. Dr. Rainer Eckert aus Berlin von seinem Weg erzählen. Nach der friedlichen Revolution wurde er Professor für Politische Wissenschaften an der Uni Leipzig. Zudem war er Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig.

Er ist Mitglied des Stiftungsrates der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und anderer Institutionen. Für sein Engagement wurde er vielfach ausgezeichnet.

Noch 1988 galt er als Staatsfeind

Der Mauerbau war für seine Mutter und ihn ein traumatisches Erlebnis: Von einem auf den anderen Tag durften sie seine Großeltern in West-Berlin nicht mehr besuchen. Geboren 1950 in Potsdam, wollte er schon als Schüler den christlichen Glauben gegen Widerstände des Staates konsequent leben. Als Student wurde er wegen »staatsfeindlicher Hetze« und »staatsfeindlicher Gruppenbildung« von der Humboldt-Universität verwiesen. Noch 1988 galt er der Stasi als Staatsfeind. Die Geheimpolizei versuchte vergeblich, seine Mitarbeit zu erpressen, und machte dann einen erfolgreichen Berufsweg unmöglich.

Geprägt von der Jungen Gemeinde, später von der Studentengemeinde, blieb er ein unabhängig denkender und glaubender Mensch. Als Zeitzeuge berichtet er von seinen Erfahrungen in der Diktatur und dem Widerstehen junger Christen. Heute lebt er als freier Historiker und Publizist in Berlin. Er engagiert sich in der Evangelischen Kirche, etwa bei Kirchentagen. Nach dem Gottesdienst, der um 10 Uhr beginnt, besteht die Möglichkeit zum Gespräch. FOTO: PM

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