In zehn Schulen und Kitas sind PCB-Sanierungen nötig

Die Stadt Gießen muss in zehn Schulen und Kitas PCB-Sanierungen durchführen. Zwar seien nirgendwo solch erhöhte Werte wie seinerzeit an der Herderschule gefunden worden. Grenzbereiche sind allerdings erreicht.

Gießen (mö). Es ist eine gute Nachricht für alle Familien, aus denen Kinder und Jugendliche eine Gießener Schule oder Kindertagesstätte besuchen. Nach jetzigem Erkenntnisstand gibt es keinen weiteren Fall von PCB-Belastung, der so gravierend ist wie der an der Herderschule. Das haben Untersuchungen ergeben, die das städtische Hochbauamt nach der Entdeckung der Belastung in der Schule im Kropbacher Weg in rund 50 Gebäuden durchführen ließ. Gleichwohl werden in zehn Schulen und Kitas Sanierungen durchgeführt, weil die Messung der Raumluft hier Belastungen von bis 3000 Nanogramm pro Kubikmeter ergeben hatte.

Diese 3000er-Marke kennzeichnet den sogenannten Interventionswert, ab dem binnen zwei Jahren Maßnahmen zur Identifizierung der PCB-Quelle und zur Beseitigung der Belastung zu ergreifen sind. Bei 38 Liegenschaften lag die Belastung unter dem Vorsorgewert von 300 Nanogramm. Zum Vergleich: An der Herderschule waren 2013 Werte bis zu 14 700 gemessen worden, woraus sich ein "sofortiges Handeln" ableitet.

Auch LLG betroffen

Dies alles teilte Magistratssprecherin Claudia Boje auf Anfrage mit, nachdem sich Eltern, deren Kinder die Wiesecker Kita "Pusteblume" besuchen, an die Zeitung gewandt hatten. Sie waren informiert worden, dass in den ersten drei Wochen der Sommerferien Sanierungsarbeiten laufen.

Boje bestätigte, dass der Wiesecker Kindergarten zu den zehn Objekten gehört, die nun saniert werden. "Dort läuft jetzt die Probesanierung, der später eine komplette folgen soll, denn es sind mehrere Räume betroffen." In einem Schreiben an die Eltern hatte die Stadt mitgeteilt, dass bei Raumluftmessungen und Untersuchungen von Materialproben, die zwischen Januar und Mai durchgeführt wurden, Werte zwischen 825 und 4080 Nanogramm ermittelt wurden. Ursache: Die Decken waren mit einem PCB-haltigen Brandschutz-Anstrich versehen worden.

In anderen Fällen wie der Ludwig-Uhland-Schule, wo es um das Lehrerzimmer geht, sei der Sanierungsaufwand geringer. "Der Umfang ist sehr unterschiedlich", sagte Boje. Die weiteren Liegenschaften, deren Nutzer bereits über die Sanierung informiert seien, sind das LLG und die Grundschule West sowie die Alexander-von-Humboldt-Schule. Am LLG und der Grundschule West sind jeweils die Turnhallen von der PCB-Sanierung betroffen.

Die Namen der fünf weiteren Einrichtungen mit einem mittelfristigen Sanierungsbedarf nennt die Stadt derzeit noch nicht, weil erst die Nutzer informiert werden sollen. Für den Herbst kündigte das Hochbauamt einen Bericht über die Fahndung nach PCB an. Bis dahin soll dann auch in den besagten zehn Schulen und Kindertagesstätten zusätzliche Nachmessungen stattgefunden haben.

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