Zehn Monate auf Bewährung

  • Kays Al-Khanak
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Gießen(khn). Ende Oktober ist der Prozess gegen mehrere Männer aus dem Umfeld der rockerähnlichen Gruppe Bahoz zu Ende gegangen: Vor dem Landgericht Gießen sprach Richter Andreas Wellenkötter eine Bewährungsstrafe und drei Verwarnungen samt Geldstrafen aus. Zwei Männer wurden freigesprochen. Weil einer der Angeklagten wegen des Kontakts zu einem Corona-Infizierten bei der Urteilsverkündung nicht anwesend sein konnte, wurde das Verfahren gegen ihn abgetrennt. Nun ist auch der 27 Jahre alte Gießener schuldig gesprochen worden.

Der in der Gastronomiebranche tätige Mann wurde am Dienstagvormittag zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt - bei einer Bewährungszeit von drei Jahren; Staatsanwalt Rouven Spieler hatte zwölf Monate gefordert. Außerdem muss der Gießener 2000 Euro an den Weißen Ring zahlen und erhält eine Bewährungshilfe. Staatsanwaltschaft und Rechtsanwälte hatten unisono auf Rechtsmittel verzichtet; damit ist das Urteil rechtskräftig.

Schlägerei nach Streit um eine Frau

Gestanden hat der Angeklagte jedoch bis heute nicht, dass er an der Tat beteiligt war. Vor vier Jahren hatte eine 18-köpfige Gruppe von maskierten Männern eine Shishabar in Offenbach gestürmt und Gäste attackiert. Dabei wurde unter anderem ein Mann, dem der Angriff galt, mit einem Messer verletzt.

Zuerst waren die Ermittler von Rivalitäten zwischen der kurdischen rockerähnlichen Gruppe Bahoz, aus deren Gießener Umfeld die Männer stammen sollen, und den türkisch-nationalistischen Osmanen Germania ausgegangen. Im Verlauf des Prozesses jedoch kam das Gericht zu dem Schluss, dass wohl der vorangegangene Streit um eine Frau vor einer Disco Auslöser des Angriffs war. Dabei hatte das spätere Opfer den 27 Jahre alten Gießener geschlagen.

Nach Ansicht der Strafkammer war die Racheaktion aus dem Ruder gelaufen. Wer mit dem Messer zustach, könne nicht mehr nachvollzogen werden. Außerdem sei der Angriff mittlerweile vier Jahre her; Bahoz sei aufgelöst worden. Es bestünden bei den An-geklagten keine schädlichen Neigungen mehr; zudem wiesen sie eine günstige Sozialprognose auf.

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