WSO-Schüler kritisieren Präsenzunterricht

Gießen(khn). Seit Montag sollen auch die Schüler der Jahrgangsstufe 13 der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten (WSO) wieder im Präsenzunterricht beschult werden. Dies stößt bei ihnen jedoch auf "massive Kritik", heißt es in einem Brief, den die Schüler ans hessische Kultusministerium geschrieben haben. Unter anderem fordern sie Teilung der Klassen und eine Verbesserung der digitalen Infrastruktur.

Sie kritisieren, dass in anderen Bundesländern die Abschlussklassen im Homeschooling unterrichtet werden. Dabei könne auch in Hessen der Unterrichtsstoff online vermittelt werden. Zudem seien die Infektionszahlen im Landkreis hoch. Da viele Schüler nicht aus der Stadt kämen, müssten sie eine weite Anreise mit Bus und Bahn in Kauf nehmen - "was das Risiko einer Infektion dramatisch erhöht", schreiben die Schüler. "Unsere Gesundheit und Bildung müssen hier gegeneinander abgewogen werden. Wir finden, dass die körperliche Gesundheit auf jeden Fall Priorität hat."

Kritisch sehen die Schüler der WSO die Kooperation mit der Theodor-Litt-Schule (TLS) Gießen. So habe sich "der Risikokreis effektiv verdoppelt, ohne dass wir die geringste Unterrichtung über den Umgang mit der Kooperation erhalten haben". Die Schüler fordern, dass die Kooperation mit der TLS überdacht oder angepasst wird, "um unsere Bemühungen zur Reduzierung des Infektionsgeschehens nicht zu konterkarieren".

Unverständlich sei, warum ausgerechnet die Abschlussjahrgänge in den Einrichtungen unterrichtet werden dürfen; gerade von den Schülern könne man erwarten, dass sie ihre Arbeiten digital genauso gut bearbeiten können. In den vergangenen Monaten hätten sie dies bewiesen. Wenn die technische Ausstattung in den Schulen jetzt vorangetrieben werde, könnten die jetzigen zwölften und die folgenden Klassen "vielleicht davon profitieren". Die zwei Klassen der Stufe 13 kündigen an, vorerst digital unterrichtet zu werden und gemeinsam mit der WSO Lösungen für die aktuelle Situation zu finden. "Uns geht es nicht darum, dass wir nicht in die Schule wollen", schreiben sie. Es gehe vielmehr um ihre Gesundheit und die ihrer Familien und der Lehrkräfte.

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