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Dorothee Haberland (r.) und Pressesprecherin Susann Balser-Hahn vor dem Eingang des künftigen Kundenzentrums.

Wohnbau im Wandel

  • Christoph Hoffmann
    VonChristoph Hoffmann
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Die Gießener Wohnbau stellt sich in vielen Bereichen neu auf: Neue Bauweisen, neues Logo, neues Kundenzentrum und eine bessere Erreichbarkeit sollen den städtischen Wohnraumversorger künftig prägen. Bei der Mietermitbestimmung geht die Wohnbau ebenfalls neue Wege.

Bei ihrem Dienstantritt im Januar 2020 betonte die neue Wohnbau-Chefin Dorothee Haberland, zwar eigene Ideen zu haben, zunächst aber das Unternehmen und die Mitarbeiter kennenlernen zu wollen. Diese Phase ist nun offiziell vorbei. Die gebürtige Erfurterin hat mit ihrem Team in den vergangenen Monaten Vieles umgekrempelt und die Ergebnisse nun der Öffentlichkeit vorgestellt. »Wir müssen die Wohnbau anders aufstellen, damit wir die Aufgaben der Zukunft bewältigen können«, sagt sie und betont: »Wir wollen moderner, frischer und kundenorientierter sein.«

Sichtbar wird das zum Beispiel durch ein neues Logo. Modern, unkompliziert, sympathisch und nahbar soll der neue Look wirken. »Ich bin total happy mit dem Ergebnis«, sagt Haberland.

Eine weitere Veränderung, die zumindest in der Ludwigstraße ins Auge stechen wird, ist das geplante Kundenzentrum. In den Räumen der Hausnummer 6, in der bis vor kurzem das Freiwilligenzentrum anzutreffen war, will die Wohnbau ein Kundenzentrum errichten. »Wir wollen unseren Service verbessern und besser erreichbar sein«, sagt Haberland. Während der Kundenservice bisher nur an drei halben Tagen pro Woche geöffnet hatte, was zu teils langen Schlangen im Hinterhof der Wohnbauzentrale geführt hatte, wird das neue Kundenzentrum jeden Werktag durchgängig geöffnet sein.

Auch bei der Mietermitbestimmung geht die Wohnbau neue Wege. Das Prinzip an sich wird jedoch nicht verändert, sagt Haberland. »Das ist eine einzigartige Errungenschaft.« Allerdings hätte ein Großteil der Mieter von diesem Recht bisher kaum Gebrauch gemacht. »Die Beteiligung bei der Wahl zum Mieterrat lag bei zwei Prozent«, erklärt die Wohnbau-Chefin. Durch ein vereinfachtes Verfahren soll sich das ändern.

Während die Vertreter bisher in insgesamt 14 Vor-Ort-Versammlungen gewählt wurden, ist dies bei der nächsten Wahl, die bis Ende des Jahres über die Bühne gehen soll, per Briefwahl möglich. Auch das Prozedere wird vereinfacht. Während die Mieter früher zunächst Bezirksvertreter wählten, die dann wiederum die Vertreter des Unternehmensmieterrats bestimmten, können die Mieter künftig direkt die Besetzung des Gremiums wählen. Um möglichst viele Bewohner zu erreichen, hat die Wohnbau die Internetseite www.wohnbau-waehlt.de ins Leben gerufen, auf der in unterschiedlichen Sprachen über die Wahl informiert wird. Im Wohnbau-Magazin, das ebenfalls neu aufgelegt wird, sollen die Kandidaten ausführlich vorgestellt werden.

Neben diesen eher »weichen« Themen hat sich die Wohnbau aber auch beim Bauen viel vorgenommen. In der Heinrich-Will-Straße werden demnach aktuell die Gebäudetechnik und Bäder mit einem hohem Vorfertigungsgrad saniert. Das führe zu einer deutlich kürzeren Bauzeit, was auch die Mieter weniger belaste. Bei der energetischen Sanierung sei diese Vorgehensweise ebenfalls geplant, schließlich ist das Ziel der Stadt Gießen, bis 2035 klimaneutral zu sein, auch für die Wohnbau eine große Herausforderung.

Ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Aufgabe ist die Umstrukturierung des Tochterunternehmens Wohnbau Mieterservice, das in der Vergangenheit große Verluste verzeichnet hat. »Bei der Re-Strukturierung sind wir auf einem guten Weg«, sagt Haberland und fügt an, dass der Mieterservice bis Ende 2022 keine rote Zahlen mehr schreiben soll.

Klimaneutralität große Aufgabe

Die internen Strukturen werden ebenfalls überarbeitet. Seit Haberland Anfang 2020 ihre Aufgaben übernommen habe, sagt sie, seien bereits über 20 Organisations- und IT-Projekte ins Leben gerufen worden. »Hier engagieren sich mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, um Abläufe zu optimieren, neue Herangehensweisen zu erarbeiten und die beiden Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.« Haberland sagt, sie sei durchaus stolz, dass in relativ kurzer Zeit bei der Wohnbau solch ein Kulturwandel eingetreten sei.

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