Wohliges Gruseln im Feenwald

  • Karola Schepp
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Gießen (gl). Allzu oft hört man von Eltern, die sich sehnsüchtig einen Jungen wünschen. Ganz anders ist das im Kunstmärchenklassiker »Die wilden Schwäne« von Hans Christian Andersen. Hier will die Königin endlich eine Tochter zur Welt bringen und hat zur Erfüllung dieses speziellen Kinderwunsches der Hexe Volhek ihre Söhne versprochen. Und die belegt die Jungs auch gleich mit einem Fluch: Tagsüber sind sie Schwäne, nachts dürfen sie noch Prinzen sein. Nur Schwester Eloise kann ihre Brüder aus dieser misslichen Lage befreien.

Gießen (gl). Allzu oft hört man von Eltern, die sich sehnsüchtig einen Jungen wünschen. Ganz anders ist das im Kunstmärchenklassiker »Die wilden Schwäne« von Hans Christian Andersen. Hier will die Königin endlich eine Tochter zur Welt bringen und hat zur Erfüllung dieses speziellen Kinderwunsches der Hexe Volhek ihre Söhne versprochen. Und die belegt die Jungs auch gleich mit einem Fluch: Tagsüber sind sie Schwäne, nachts dürfen sie noch Prinzen sein. Nur Schwester Eloise kann ihre Brüder aus dieser misslichen Lage befreien.

Der walisische Komponist Karl Jenkins hat aus dem Märchen eine Kinderoper gemacht, die der Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters nun in Kooperation mit der Gießener Musikschule auf die taT-Studiobühne bringt. Am Wochenende war gleich doppelte Premiere mit unterschiedlichen Besetzungen. Das Publikum kann sich nicht nur über das von Thomas Döll mit Wald- und Schlosselementen aufwendig gestaltete Bühnenbild und fantasievolle Vampir- und Feenkostüme freuen, sondern auch über ansprechende Leistungen der jungen Gesangssolisten, Chorsänger und Musikschulinstrumentalisten.

Unter der Regie von Stephanie Kuhlmann lädt »Eloise« zum wohligen Gruseln ein. Mehrfach wird das Publikum von einem lauten Knall aufgeschreckt und auch die kleinen schaurig maskierten Vampire, die Hexe Volhek begleiten und sich mit den Eloise begleitenden Feen duellieren, könnten ganz kleine Besucher schon ein wenig erschrecken. Volhek selbst ist ebenfalls imposant: In der 18-Uhr-Premierenvorstellung beeindruckte Cara Benner in dieser Rolle nicht nur wegen ihrer teuflischen Hörner, sondern auch mit ihrem selbstsicheren Auftritt. Ihr versierter Gesang zu Rumba-Rhythmen und Walzertakt konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dieser Volhek nicht gut Kirschen essen ist. Lina Bommersheim als zartes Mädchen Eloise war der ideale Gegenpart. Als hilfreiche Amme gefielen Stella Hierstermann, als Königspaar mit schräger Kostümierung Lilly Stahl und Runa Niedecken. Und auch die fünf Prinzen Jonas Harbach, Jakob Hildbrand, Achim Ströde, Kilian Volk und Rolf Konrad Westermann trugen souverän zum Gelingen der Vorstellung bei.

Als sichere Bank erwies sich auch das hinter einem Gazevorhang platzierte Orchester der Musikschule mit Kinder- und Jugendchorleiter Martin Gärtner am Klavier. Die eingängigen Melodien mit modern-disharmonischem Anstrich legten das Fundament für den Gesang der Akteure, der allerdings in den Chorszenen manchmal ein wenig zu leise wirkte.

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