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Mit Schaufeln, Schubkarre und Eimern ausgestattet machen sich auch diese Bewohner der Nordstadt auf den Weg, um Müll im Viertel einzusammeln.

Wischmop trifft »Ich.Morgen«

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Umwelt ist ein Begriff mit mehreren Bedeutungen. Er steht für das Ökosystem oder die Natur, meint aber auch unsere direkte Umgebung. Darum geht es im letzten Themenkomplex des Projekts »Ich-Morgen« der Stadtbibliothek. Und dabei wurde es nun ganz pragmatisch: In der Nordstadt sorgten Teilnehmer einer »Wischmob«-Aktion dafür, dass Straßen und Plätze von Müll befreit wurden.

Auch das ein Beitrag für die Umwelt.

Hier im Quartier gibt es einige Themen, die echte Dauerbrenner sind. Etwas, was den Stadtteil immer wieder beschäftigt, ist das Thema Müll - schlechte Mülltrennung, illegale Sperrmüllablagestellen, Hundekot, fehlende Hundekotbeutel oder Mülleimer werden immer wieder als Problem benannt.« Diese Zeilen hat Annke R. verfasst und auf der Homepage des Stadtbibliotheks-Projekts »Ich.Morgen« hochgeladen. Dieses beschäftigt sich - nach Veranstaltungsrunden zu den Themen Mensch und Arbeit - seit Anfang August mit dem Thema Umwelt. Es lässt dafür nicht nur seinen Bib-Satelliten samt Vermittlerteam in die Stadtteile ausschwirren - noch bis Ende dieser Woche ist er an der Werkstattkirche in der Ederstraße stationiert -, sondern sammelt auch live in der Stadtbibliothek oder auf der Homepage ichmorgen.de Stimmen von Gießenern ein, um sie zu veröffentlichen.

Themenabschluss am 18. September

Ganz pragmatisch wurde dabei am Dienstagnachmittag in der Nordstadt symbolisch zum »Wischmop« gegriffen. Schließlich will sich das »Ich.Morgen«-Team nicht nur theoretisch mit Umweltaspekten auseinandersetzen, sondern diese konkret anpacken. Müllzangen und Handschuhe wurden gestellt. Mitmachen konnte jeder, der Lust hatte.

Und Lust hatten viele. Gut 50 Bewohner der Nordstadt beteiligten sich und sammelten fast zwei Stunden lang Müll im Viertel ein. Weil der traditionelle »Wischmop« diesmal als »Lightversion« ausfallen musste und kein Sammelfahrzeug mitfahren konnte, konnten eher nur kleinere Dinge gesammelt werden. Sperrmüllmöbel oder alte Autoreifen - sonst regelmäßig Teil der Müllsammelaktion - mussten liegen bleiben. Lutz Perkitny vom Nordstadtverein ist dennoch zufrieden: »Als Nordstadtverein freuen wir uns sehr darüber, unsere beliebte Stadtteilreinigungsaktion mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern aller Altersklassen und Kulturen sowie langjährigen Kooperationspartnern zum achten Male durchführen zu können.« Es sei wichtig, dass Menschen endlich wieder zusammenkommen können. Und Bärbel Weigand und Christoph Geist von der Werkstattkirche als Kooperationspartner ergänzen: »Der jährliche Wischmop im Frühjahr musste leider schon zweimal wegen Corona ausfallen. Jetzt können Menschen aus der Nordstadt nicht nur ihre Gedanken zum Thema Umwelt einbringen, sondern auch selbst etwas Praktisches zur Pflege und Erhaltung ihres Stadtteils beitragen.«

Dokumentation im Film geplant

Der Müll wird nicht nur fachgerecht entsorgt, sondern dient auch als Material für ein digitales Kunstprojekt, das zum Themenabschluss-Event von »Ich.Umwelt« am Samstag, 18. September, auf der großen LED-Wand am Berliner Platz gezeigt werden soll. Laut Wally Hund vom »Ich.Morgen«-Team ist ein Film geplant, der all den gesammelten Abfall dokumentiert.

Bis dahin steht bei der letzten Themenrunde des Projekts »Ich.Morgen« die Umwelt weiter im Vordergrund. Wie wird sich unsere Umwelt durch den Klimawandel verändern? Was können wir tun, um dessen Auswirkungen gering zu halten? Wie soll die Welt, in der wir leben, aussehen? Und wie soll das Gießen der Zukunft aussehen? Hierzu sind alle Gießener eingeladen, ihre Gedanken im Bib-Satelliten, in der Stadtbibliothek oder auf ichmorgen.de zu formulieren.

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