Das steht fest: Der Brauhaus-Turm wird abgerissen.
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Das steht fest: Der Brauhaus-Turm wird abgerissen.

Büros und Wohnungen

Brauhaus-Areal in Gießen: Wird wegen Corona im großen Stil umgeplant? 

  • Burkhard Möller
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Jetzt hat sich auch die CDU in Gießen dafür ausgesprochen, auf dem ehemaligen Brauhaus-Gelände nicht nur Büroimmobilien, sondern auch eine Wohnnutzung zuzulassen.

Gießen – Viele Experten sind sich einig: Das Homeoffice wird nach Überwindung der Corona-Pandemie nicht mehr in der Versenkung der Arbeitswelt verschwinden und den Boom bei den Büroimmobilien womöglich beenden. Auch für die Gießener Stadtplanung haben derartige Prognosen bereits Folgen. So hat sich jetzt die CDU mit Hinweis auf den Trend zum Homeoffice dafür ausgesprochen, auf dem Brauhaus-Gelände eine Wohnnutzung zuzulassen. »Die Nachfrage nach strikt getrennten Arbeitswelten und Wohnungsflächen innerhalb einer Stadt nimmt ab, während sich in vielen Neubauvorhaben bereits Arbeitsplatz und Wohnraum einander nähern«, erklärt Partei- und Fraktionschef Klaus Peter Möller in einer Pressemitteilung.

Brauhausgelände in Gießen: Wird der innerstädtische Verkehr reduziert?

Für die CDU folgt daraus, dass der 30 Jahre alte Bebauungsplan »Teichweg/Kiesweg« entsprechend geändert werden sollte. Neben Gewerbe- und Büroflächen sollte »in definierten Teilbereichen« auch Wohnraum geschaffen werden. Der überwiegende Teil der Flächen sollte aber zur Ansiedlung von Gewerbe, sozialen und caritativen Einrichtungen sowie für Büroflächen zur Verfügung stehen. Ein vergleichbarer Nutzungsmix sei auf dem Gelände des ehemaligen US-Depots schon verwirklicht worden, fügte Möller hinzu und erwähnte einen weiteren Aspekt. Durch die Verkürzung der Wege zwischen Arbeitsplatz und Wohnung könnte auch ein Beitrag zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrs geleistet werden.

Mit der Union hat sich damit auch die letzte der drei Parteien der SPD/CDU/Grünen-Koalition für eine Wohnnutzung auf dem Brauhaus-Areal ausgesprochen.

Brauhausgelände in Gießen: Gewerbeflächen werden knapp

Bislang indes hatten CDU-Planungsdezernent Peter Neidel und das Planungsamt zurückhaltend auf einen entsprechenden Wunsch des Investors Jochen Ahl, Geschäftsführer der Braumaxx GmbH, reagiert. Die Stadtplaner haben Zweifel, dass sich ein Nebeneinander von Industrie und Gewerbe sowie Wohnen bau- und planungsrechtlich so einfach umsetzen lässt. Hinzu kommt das Argument, dass die Gewerbeflächen in Gießen knapp werden. Dieser Einwand hat durch den Widerstand gegen die Ausweisung von Gewerbeflächen in Lützellinden und Allendorf noch an Gewicht gewonnen.

Investor Ahl bestätigte vor einigen Tagen in einem Hintergrundgespräch, dass die Braumaxx GmbH ein Auge auf den benachbarten früheren Elli-Lilly-Komplex geworfen hat. Sollte es dort nicht zu einer Nachfolgenutzung durch einen Lebensmittelproduzenten oder einen Pharmahersteller kommen, stünde er bereit. Ahl: »Ein Erwerb dieser Liegenschaft würde uns neue Spielräume auch fürs Brauhaus-Areal eröffnen.«

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