"Wir sind da - trotz Lockdown"

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Gießen(pm). Das Stadttheater wird nach den aktuellen Corona-Beschlüssen weiter geschlossen bleiben. Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages wird sich das Mehrspartenhaus am Berliner Platz am heutigen Montag, 30. November, zwischen 8.30 und 20 Uhr aber lautstark zu Wort melden: Mit vielfältigen Stimmen aus dem Publikum und Musik, collagiert von Mitarbeitern des Stadttheaters.

Initiative der Intendanten-Gruppe

In dieser gesellschaftlich so herausfordernden Zeit wollen die im Deutschen Bühnenverein organisierten Theater und Orchester trotz der pandemiebedingten Schließungen aller Kultureinrichtungen auf Initiative der Intendanten-Gruppe ein Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit zu ihrem Publikum senden.

Auch im Stadttheater wird weiterhin mit der bisher gezeigten Flexibilität auf die besondere Lage reagiert. Und am heutigen Montag wollen die Gießener Theatermacher - laut und fröhlich - deutlich machen: "Wir sind da trotz Lockdown, uns gibt es weiterhin und wir freuen uns, wenn wir - sobald wie möglich und verantwortbar - wieder für unsere Zuschauer spielen dürfen."

Die Theaterleute wollen in der aktuellen Situation ihre Besucher zu Wort kommen lassen: kritisch, begeistert, empört oder auch mal einfach glücklich, und zwar vom Vorplatz des Theaters hin zur taT-Studiobühne und zurück. Also ein Publikums-Dialog über den Berliner Platz hinweg, akustisch verstärkt und nicht zu überhören. Mitarbeiter aus allen Abteilungen des Theaters haben dafür Zitate aufgenommen aus Gästebüchern, Printmedien und digitalen Quellen sowie Stücktexten, die sich mit dem Verhältnis von großen und natürlich auch kleinen Besuchern zum Theater beschäftigen, ob zu einzelnen Produktionen oder zum Theater insgesamt.

Daraus ist eine humorvolle, musikalische Ton-Collage entstanden. Sie wird - bereichert mit Musik aus Produktionen des Theaters - am Montag in regelmäßigen Abständen das lebendige Verhältnis und die Verbundenheit zwischen dem Theater und seinem Publikum hörbar machen.

Auf einer eigens eingerichteten Plattform (siehe Kasten) werden später die Videoclips und auch das Ergebnis eines zweiten Projekts des Theaters im Rahmen des bundesweiten Aktionstages sehen, für die das Stadttheater am Montag im Rathaus Aufnahmen machen wird: "Was wir gehofft haben, nie mehr sagen zu müssen" zu Demokratie und Gesellschaft 75 Jahre nach den Nürnberger Prozessen.

Aktion läuft von 8.30 bis 20 Uhr

Mit dieser zweiten Aktion reagiert das Theater darauf, dass gerade in dieser besonderen Situation auch nicht auf aktuelle gesellschaftliche Ereignisse reagiert und nicht direkt am öffentlichen Diskurs teilgenommen werden kann und daher auch keine öffentliche Diskussion zu so wichtigen Themen, wie z.B. dem 75. Jahrestag der Nürnberger Prozesse, veranstaltet werden konnte, was gerade vor dem Hintergrund der Vorkommnisse im Bundestag letzte Woche einerseits und der beeindruckenden Feierstunde zu diesem Gedenktag als ganz besonders bedauerlich empfunden wird.

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