Die Jahnhalle des MTV Gießen ist in die Jahre gekommen.
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Die Jahnhalle des MTV Gießen ist in die Jahre gekommen.

Sporthallen

„Wir platzen aus allen Nähten“: Zwei Gießener Vereine planen neue Sportstätten

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Gießens Sporthallen-Situation ist angespannt. Zwei größere Bauvorhaben sind angedacht, stecken aber noch in der Anfangsphase. Eine Entlastung zeichnet sich so schnell nicht ab.

Gießen – Die Situation der Sporthallen ist bekannt, es gibt zu wenig Flächen«, sagt Mehmet Tanriverdi, Vorsitzender beim MTV Gießen. Sanierungsarbeiten in der Halle der Theodor-Litt-Schule, die sich voraussichtlich bis in den nächsten Herbst verzögern; ein modernes »Sportzentrum Gießen-Mitte« an der Liebigschule, das wohl noch bis Ende 2023 auf sich warten lässt; diverser Renovierungsbedarf an weiteren Schulhallen. Und zuletzt wurde bekannt, dass die Gießen 46ers große Pläne mit der Rivers-Osthalle haben, damit der Verein und die Spielstätte tauglich für die 1. Liga blieben, so der Verein. Auch wenn die Pläne eine neue Sporthalle für die Ostschule inkludieren, so wären Schüler und Lehrer zunächst von einem Umbau betroffen und müssten ausweichen. Diese Idee aber - so machte es OB Dietlind Grabe-Bolz klar, ist bislang nur eine Idee der 46ers, deren Finanzierung nicht geklärt sei.

Ebenso ist noch nicht geklärt, wie zwei andere Bauvorhaben bezahlt werden sollen: Die Jahnhalle des MTV Gießen ist hoch frequentiert und in die Jahre gekommen. Der Standort solle insgesamt saniert werden, informiert Tanriverdi. Eine Machbarkeitsstudie hatte allerdings geschätzte Kosten zwischen 4,5 und 6 Millionen Euro ergeben. »Das können wir als Verein momentan nicht alleine leisten«, sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. Ein Drittel müsse der Verein selbst aufbringen, für den Rest prüfe man Zuschüsse und Förderungen von Stadt und Land, betont er.

„Grüner“ Neubau mit Gymnastikraum in Gießen

Zudem werde erwogen, die Halle zu einer Ballsporthalle zu erweitern, wodurch Parkplätze weichen müssten. »Eine ordentliche Halle würde nicht nur dem Verein helfen, sondern insgesamt dem Gießener Sport«, sagt der langjährige Vorsitzende und fügt an: »Das Projekt möchte ich gerne noch in meiner restlichen Amtszeit in den nächsten zwei Jahren anstoßen.«

Auch der TSV Allendorf/Lahn möchte sich erweitern. »Wir platzen aus allen Nähten«, betont die Vorsitzende Kerstin Lefèvre. »Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir in unserer Halle eigentlich niemanden mehr aufnehmen können, und das ist nicht in unserem Sinne.« Die Stadt wachse, aber gleichzeitig sei die Sportinfrastruktur nicht mitgewachsen.

Gießen: Heim neben Sport- und Kulturhalle vor Abriss

Der Verein möchte ein neues Mehrzweckgebäude samt Gymnastikraum für verschiedene Fitnessgruppen sowie Umkleidekabinen bauen. Das alte Heim neben der Sport- und Kulturhalle werde langsam marode und solle dafür abgerissen werden. Die Planung aber steckt noch in den Kinderschuhen. Zuletzt hätten sich Arbeitsgruppen gebildet, die nun die Bedarfe und Wünsche der verschiedenen Sportgruppe »sammeln, sichten und anschließend mit einem Architekten besprechen«, erläutert Lefèvre. Einen Kostenrahmen gebe es daher noch nicht. »Unser großes Ziel ist es, nachhaltig zu bauen«, ergänzt die Vorsitzende. »Beispielsweise auch mit einer Dachbegrünung.« Welche Zuschüsse oder Förderungen es hierfür gibt, müsse ebenfalls geprüft werden. Konkreteres gebe es voraussichtlich im Frühjahr.

Das Problem jedenfalls ist auch in der Stadtpolitik präsent, der Mangel an Hallensportflächen wird angegangen. Wenn es auch noch einige Zeit dauert, bis sich Sportgruppen und Schulklassen wieder besser verteilen können.

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