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Stefan Deibel, Leiter der Basketballabteilung bei der TSG Wieseck, und Trainer Thorsten Dlugosch wollen hier auf dem Sportgelände »Am Ried« einen Freiplatz für ihren Verein verwirklichen. Das Geld haben sie mithilfe einer Spendenkampagne so gut wie zusammen.

»Wir möchten Basketball spielen«

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Schon nach drei Tagen war das Ziel erreicht. 3800 Euro hat die TSG Wieseck mit einer Crowdfunding-Aktion für einen neuen Basketball-Freiplatz auf dem Sportgelände »Am Ried« gesammelt. Weitere Spenden, die nun bis Ende Juni einlaufen, verteilt der Verein »gleichmäßig« an andere Gießener Jugend-Basketballteams.

Wir möchten Basketball spielen. Das ist der Grund für dieses bisher einmalige Projekt in der Stadt Gießen«, schreibt das Wiesecker Basketballteam zu seiner Spendenkampagne auf der gemeinnützigen Plattform betterplace.org. Ihr Ziel sei »der erste vereinseigene Basketball-Freiplatz in der Stadt« - mit guten Körben, vollständiger Linierung und einem hochwertigen Bodenbelag, der das Verletzungsrisiko minimiert. Mit der Lockerungsstufe 2 ist Mannschaftssport in Hessen nun samt Hygienekonzept wieder vollumfänglich erlaubt. Ein Corona-Test wird aber empfohlen. »Das freut uns alle, und wir als Basketball-Abteilung w erden alles dafür tun, dass wir diese Chance auch auf Dauer erhalten können«, schreibt der Verein in einer Mitteilung.

Zu wenig Platz für Hallensport

Die Idee zu einem neuen Freiplatz zündete nicht allein aufgrund der bis dato geltenden Corona-Beschränkungen auch für Kontakt- und Hallensport, wie Stefan Deibel erzählt. Schon über 30 Jahre ist er im Basketball aktiv und leitet heute die Abteilung beim TSG Wieseck. »Es gibt zu wenige Trainingsmöglichkeiten für Hallensportarten«, nennt Deibel den Hauptgrund für das Vorhaben. Immerhin geht im September - wenn das Infektionsgeschehen es weiterhin zulässt - die Saison wieder los.

»Die Lage ist aufgrund vielfacher Hallenschließungen nicht einfach«, bestätigte Stadtsprecherin Claudia Boje bereits im Oktober vergangenen Jahres: Abriss der Lio-Sporthalle wegen Statikproblemen, Sanierungen an der Halle an der Theodor-Litt-Schule (geplanter Abschluss nach den Sommerferien) und Corona-Testcenter in der Rivers-Automeile. Überdies gebe es an weiteren Schulhallen Renovierungs- oder Erweiterungsbedarf, wie die Stadt damals mitteilte.

Doch Deibel finde nicht, dass insgesamt zu wenig gemacht wird für die Jugendförderung im Basketball. Er stehe in engem und gutem Kontakt zu Tobias Erben, dem Leiter des Sportamtes. Aufgrund der Platznot sind sie aber nun selbst aktiv geworden. »Wir bauen uns einen eigenen Basketballplatz«, wie die Abteilung in einer Pressemitteilung schreibt. In erster Linie für die über 100 aktiven Spielerinnen und Spieler, aber auch nach Absprache für Schul-AGs oder andere Kooperationspartner.

Der Platz soll im Innenbereich der 400-Meter-Laufbahn auf dem Sportareal »Am Ried« entstehen. »Wir halten das Gelände ja gut in Schuss«, sagt Deibel. 25 000 Euro sind nach Gesprächen mit dem Vorstand des Gesamtvereins dafür veranschlagt. 40 Prozent davon sollen voraussichtlich aus Fördermitteln von Stadt und Land kommen; die restlichen 60 Prozent (15 000 Euro) muss der Verein selbst stemmen.

7500 kommen aus Eigenmitteln - und ein nicht unerheblicher Betrag von »Freunden des Wiesecker Basketballs«, wie Deibel sagt. Von Unterstützern wie dem 46ers-Physiotherapeuten Lukas Lai, dem Lagerverkauf Freilinger oder auch Angehörigen und Eltern.

Um den Rest gesichert aufbringen zu können, hat der Verein die Crowdfunding-Kampagne organisiert - mit der Zielsumme 3800 Euro. »Danke! Wir haben es geschafft! Ab jetzt: Wir für alle!«, schreibt Deibel schon nach drei Tagen auf betterplace.org. Heißt: Nun werde jede Euro, der bis zum Ende der Kampagne noch hinzukommt, gleichmäßig auf andere Jugend-Basketballteams in Gießen verteilt. Bis Ende Juni wolle man sie noch laufen lassen, informiert Deibel. Man findet sie unter folgendem Shortlink: https://bit.ly/3w3ohsO. Oder unter der Google-Suche: »Basketball an der Luft: Unser Freiplatz als Start für mehr Basketball«.

Fertigstellung für August geplant

»Diese tolle Idee verdient Anerkennung und Unterstützung in jeglicher Form. Der Beitrag ist zwar nicht riesig, aber kommt dennoch von ganzem Herzen. Möge der neu entstehende Basketballcourt ein Ort der Begegnung sein für alle Freunde dieses wunderbaren Sports, ob jung oder alt«, schreibt ein anonymer Spender auf der Plattform.

Wenn alles glatt laufen sollte, könnten auf dem neuen Platz bereits im August die ersten Körbe geworfen werden. Und »hoffentlich ist es nur der erste dieser Sorte«, betont der Verein.

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