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Christian Schneider (r.) im Gespräch mit Redakteur Kays Al-Khanak.

»Wir haben großes Glück, dass wir hier wohnen«

  • Kays Al-Khanak
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Bänke haben in der Pandemie eine neue Bedeutung bekommen - dort konnte man auch im Lockdown verweilen und (mit Abstand) Schwätzchen halten. Wir behalten das bei und kommen in den Sommerferien mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch. Heutiger »Kandidat« ist Christian Schneider (31).

Sagen Sie mal, Herr Schneider, was geht Ihnen in der Stadt derzeit besonders auf die Nerven? Der 31 Jahre alte Christian Schneider ist gebürtiger Allendorfer - und lebt auch heute noch dort. Er sagt: »Ich bin sehr glücklich hier in der Region.« Natürlich könne man sich über die vielen Baustellen beschweren. »Aber das zeigt auch, dass sich Gießen entwickelt«, sagt der Bankangestellte. »Es ist Meckern auf hohem Niveau.« Sehr enttäuschend sei aber, was aus der ehemaligen Volkshalle geworden ist. »Anstatt aus dem Gebäude mit Geschichte eine Trainingshalle für die 46ers zu machen, ist es heute ein China-Großrestaurant.« Für Schneider, der die 46ers-Hymne geschrieben hat, ein Trauerspiel.

Und was finden Sie gerade besonders schön in Ihrer Heimatstadt? Schneider ist ein heimatverbundener Typ - der über den Tellerrand blickt. »Wir haben großes Glück, dass wir hier wohnen. Wir haben das Lahntal und den Vogelsberg vor der Haustür, liegen zentral in Deutschland.« Auf der einen Seite sei es idyllisch, auf der anderen Seite infrastrukturell gut angebunden. Gießen sei bunt und vielfältig. »Ich würde mir wünschen, dass es so bleibt.«

Wen wollten Sie schon immer mal loben? Die Antwort von Schneider kommt schnell: »Thomas Euler«, den Ortsvorsteher von Allendorf. »Was dieser Mann für diesen Ort bisher getan hat, ist beispiellos. Ich frage mich manchmal, woher er die ganze Energie dafür nimmt.« Auch die scheidende Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz habe »im Großen und Ganzen« einen guten Job gemacht, sagt Schneider.

Was würden Sie als erstes in Angriff nehmen, wenn Sie Oberbürgermeister wären? Schneider muss nicht lange überlegen: »Bezahlbarer Wohnraum ist für die Stadt und Stadtteile sehr wichtig.« Die Uni sei renommiert, es gebe hier attraktive Unternehmen; dementprechend würden viele Menschen in die Stadt gelockt. Gerade junge Familien, Studierende und sozial benachteiligte Menschen seien auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen, sagt Schneider, der für die SPD im Allendorfer Ortsbeirat sitzt. Gleichzeitig sei es wichtig, die Kultur und die Tradition zu erhalten. Er dreht sich um zum Allendorfer Backhaus, in dem regelmäßig Brot gebacken wird, und lächelt. (khn)

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