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Der Musikalische Sommer kann frühestens am 18. Juni auf dem Schiffenberg starten.

»Wir fahren auf Sicht«

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Der Musikalische Sommer auf dem Schiffenberg ist seit über 40 Jahren ein fester Bestandteil der Kultur in der Stadt. Im vergangenen Jahr musste er wegen der Corona-Pandemie erstmals komplett abgesagt werden, weil Großveranstaltungen verboten waren. In diesem Jahr setzt das Kulturamt alles daran, dass er zumindest in Teilen stattfinden kann.

Wir haben den Musikalischen Sommer 2021 durchgeplant, nicht weil wir ignorant oder Querdenker sind, sondern weil dafür viel Vorlauf nötig ist und die Situation während der Planungen nicht absehbar war«, betont Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Und noch sei man getragen von der Hoffnung, dass vom vorgesehenen Programm auch zumindest ein Teil stattfinden kann, ergänzt die Rathauschefin beim Online-Pressegespräch gemeinsam mit Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher und seiner Mitarbeiterin Stephanie Jackson. »Wir wollten auf keinen Fall sagen, es findet nichts statt, sondern ein Zeichen der Hoffnung setzen«, so die OB.

31 Konzerte an den Wochenenden zwischen 15. Mai bis 6. August sind auf dem Schiffenberg vorgesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt steht aber fest, dass wegen der Pandemie-Lage bis Mitte Juni dort nichts stattfinden kann. Alle Konzerte bis inklusive 13. Juni müssen daher abgesagt werden. Das erste Konzert (mit »Erna and the Berts«) wäre somit, nach derzeitigem Stand, erst frühestens am 18. Juni möglich.

»Wir sind bereit, ganz viel zu tun«, betont die Oberbürgermeisterin, denn der Hunger nach Kultur sei groß und die Hoffnung, dass zumindest Veranstaltungen unter freiem Himmel in absehbarer Zeit erlaubt sind, sterbe bekanntlich zuletzt. Man habe sich daher auf ein »rollierendes Verfahren« verständigt, ergänzt Kulturamtsleiter Neubacher. Das bedeutet: Entschieden wird im Zwei-Wochen-Rhythmus. »Wir fahren auf Sicht«, bringt es Stephanie Jackson auf den Punkt.

Kultursommer ist fest in der Planung

Eine Verlängerung des Musikalischen Sommers oder ein Verschieben auf einen späteren Zeitpunkt ist dabei keine Option, denn noch geht man davon aus, dass Mitte August der Gießener Kultursommer von Veranstalter Dennis Bahl auf dem Schiffenberg wie geplant stattfinden kann und dafür braucht es ebenfalls Vorlauf. Auch sind Vereinbarungen mit dem Schiffenberg-Pächter, der eigene Veranstaltungen wie Hochzeiten etc. hat, zu berücksichtigen.

Ein Hygienekonzept für den Musikalischen Sommer ist in der Mache. Ob man im Fall der Fälle Geimpfte oder Negativ-Getestete zulassen könne, wie viele Personen maximal erlaubt sein werden oder ob eine Einbahnstraßenregleung eingerichtet werden kann, sei abhängig von der Entscheidung des Landes Hessen, welche aktuellen Maßnahmen gelten sollen, erläutert Stephanie Jackson.

Die Reaktion der für den Musikalischen Sommer eingeplanten Künstler, Bands und Musikgruppen sei jedenfalls schon mal positiv. Man freue sich, dass überhaupt etwas passieren solle und nicht gleich schon alles generell abgesagt werde, schildern Neubacher und Jackson. Und wer von einer Absage betroffen ist, kann auf einen Auftritt im kommenden Jahr setzen.

Man rechne aber auch mit Absagen von Gruppen, die unter den aktuellen Bedingungen nicht (ausreichend) hätten proben können und daher von sich aus auf einen Auftritt verzichten. Auftritte in großer Besetzung, wie etwa beim traditionellen Konzert der Lio-BigBand, sind bereits umkonzeptioniert für kleinere Besetzungen.

Kurzfristige Infos auf www.giessen.de

Das ursprünglich geplante Programm des Musikalischen Sommers auf dem Schiffenberg für 2021 findet man in einem Heft, das Mitte dieses Monats der Tageszeitung beigelegt werden soll. Aktuelle Informationen, welche Konzerte tatsächlich stattfinden können, werden auch kurzfristig auf der städtischen Homepage www.giessen.de veröffentlicht, sobald klar ist, wie die dann geltenden Pandemievorgaben aussehen.

Damit jede Band und Gruppe, die einen Auftritt im Rahmen des Musikalischen Sommers 2020 gehabt hätte, nur im vergangenen Jahr auf ihr Konzert auf dem Schiffenberg verzichten muss, war das Programm von 2020 bereits nach Möglichkeit eins zu eins in das Jahr 2021 verlegt worden. Nun müssen die Bands, die in diesem Jahr (erneut) auf einen Auftritt verzichten müssen, auf 2022 hoffen.

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