Beim Existenzgründertag des TIC stand das Thema Netzwerken im Fokus. Foto: pm
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Beim Existenzgründertag des TIC stand das Thema Netzwerken im Fokus. Foto: pm

"Wir brauchen mutige Gründer"

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Gießen(pm). Rund 250 Besucher haben den sechsten Gießener Existenzgründertag des Technologie- und Innovationszentrums Gießen (TIG) besucht. Bei der Veranstaltung in den Messehallen ging es vor allem darum, sich mit anderen Gründern auszutauschen, von Best-Practice-Beispielen sowie Fach- und Impulsvorträgen zu lernen, sich bei den rund 50 Ausstellern zu informieren und zu netzwerken.

Das Interesse an der Veranstaltung und somit auch am Thema Gründungen wächst zusehends. "Wir brauchen mutige Gründer", konstatierte Landrätin Anita Schneider bei ihrer Eröffnungsrede. In Zeiten des Fachkräftemangels und bei einer guten Arbeitsmarktlage gebe es nur wenige Gründe für die Selbstständigkeit, doch gerade Mittelhessen biete durch das Zusammenspiel aus Hochschulen und Beratungsinstitutionen perfekte Voraussetzungen, um diesen Schritt zu wagen. Auch Bürgermeister Peter Neidel empfahl, bereits im Vorfeld einer Gründung Angebote wie den Gründertag zu nutzen, sich umfassend zu informieren: "Seien Sie mutig und netzwerken Sie hier!"

Netzwerken als A und O

Zum Netzwerken riefen auch viele Best-Practicer auf. Sabine Glinke beschrieb ihren Weg von der freien Journalistin zur Agentur für Events & Medien und riet potentiellen Gründern, keine Angst davor zu haben, Neues zu probieren: "Man kann fast immer jemanden fragen und um Hilfe bitten, man muss sich nur trauen". Selbst vor BWL brauche man keine Angst haben, betonte auch Christoph Vetter von der Vesch Technologies GmbH.

"Immer einen Schritt voraus" zu sein, empfahl Kim Buttron mit der Rechtenbach-Buttron GmbH, die vor allem in Sachen Digitalisierung neue Wege geht - alle Mitarbeiter sind mit Tablets ausgestattet, um Prozesse wie Materialbestellung oder Rechnungsstellung direkt beim Kunden erledigen zu können. Zahlreiche Bürotätigkeiten würden damit entschlackt. Gleichzeitig bekommen bei ihm die Mitarbeiter die Möglichkeit, Aufträge selbst zu akquirieren - und damit feste Prozente aufs reguläre Gehalt obendrauf.

Robert Ackermann von der Mellow Monkey UG aus Gießen-Allendorf berichtete von seinen Erfahrungen aus der Teilnahme bei der TV-Show "Die Höhle der Löwen", während Mark Pralle von der Fabrik 19 GmbH, die mit der ausgegründeten Distama GmbH für die Entwicklung von Stadtmarketing- und Indoor-Navigations-Apps steht, im ehemaligen Postverteilungszentrum in der Bahnhofstraße nicht nur ein neues Büro, sondern gemeinsam mit dem Frankfurter Unternehmen "SleevesUp!" auch einen Coworking- Space mit rund 80 Arbeitsplätzen eröffnet.

Auch bei den Fach- und Impulsvorträgen war das Thema Netzwerken in aller Munde. So machte etwa Alexander Haas, Professor für Marketing und Verkaufsmanagement an der Justus-Liebig-Universität deutlich, dass eine gute Idee alleine nicht ausreiche. "Die Idee muss auch vom Markt gesehen und angenommen werden". Daher müsse man es schaffen, in bestehende Netzwerke vorzudringen und sich dort zu behaupten. Er empfahl genau festzulegen, wer sich um Vertrieb und Marketing kümmert - intern oder extern.

Vor allem die Aussteller freuten sich über die gute Resonanz an den Ständen. Grafikdesigner Kim Stahmer, der im vergangenen Jahr noch als Besucher unterwegs gewesen war, resümierte: "Ich habe viele sehr gute Gespräche geführt. Vielen war gar nicht bewusst, was sie für einen Start brauchen, um bei potenziellen Kunden "optisch professionell" aufzutreten". Auch er habe viele Kontakte geknüpft, aus denen sich Synergien ergeben könnten. Auch bei den Besuchern kam der Tag gut an. Rechtsanwalt Nikolaus Flechtner betonte: "Der Gründertag ist eine wichtige Veranstaltung für Stadt und Region. Den Termin 2020 habe ich mir bereits im Kalender vorgemerkt".

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