Dieser Scherenschnitt macht Freude: (v. l.) Bauherr Kai Laumann, Bürgermeister Peter Neidel, Klarna-Chef Frank Dutenhöfer und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz weihen die Klarna-Niederlassung Gießen ein. FOTO: SCHEPP
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Dieser Scherenschnitt macht Freude: (v. l.) Bauherr Kai Laumann, Bürgermeister Peter Neidel, Klarna-Chef Frank Dutenhöfer und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz weihen die Klarna-Niederlassung Gießen ein. FOTO: SCHEPP

"Wir bleiben länger"

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Nach nur gut 13 Monaten Bauzeit hat Klarna am Freitag offiziell seine spektakuläre Gießener Niederlassung im früheren Telegrafenamt am Bahnhof eingeweiht. Die Eröffnung fand coronabedingt im kleinen Kreis statt. Im Herbst soll eine große Feier folgen - mit einem "Tag der offenen Tür".

Frank Dutenhöfer schmunzelte, als er das letzte Wort der kleinen Feierstunde in der zum Konferenzsaal umgebauten früheren Schalterhalle des historischen Gießener Telegrafenamts sprach. "Wir bleiben länger", sagte der Leiter des neuen Standorts des schwedischen Zahlungsanbieters Klarna.

Es wäre auch schade, wenn die gut 100 Mitarbeiter, die das denkmalgeschützte Gebäude aus Kaisers Zeiten und den neuen Anbau beziehen werden, ihr neues Arbeitsumfeld nur kurz genießen könnten. Bauherr Kai Laumann und seinem Ankermieter Klarna ist an der Bahnhofstraße architektonisch ein großer Wurf gelungen, der für eine Mittelstadt wie Gießen nicht alltäglich ist. Zumal der Restaurierungs- und Sanierungsaufwand gewaltig anmutet. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagte Dutenhöfer augenzwinkernd, als er der kleinen Gästeschar ein paar Bilder vom Zustand des maroden Telegrafenamts zeigte, als es die Klarna-Leute erstmals besichtigten. Bürgermeister Peter Neidel fasste die gut 13 Monate, die dem ersten Spatenstich folgten, mit der Formulierung zusammen: "von der Ruine zum Schmuckkästchen."

Es war also nicht nur wegen des Wetters am Freitag "ein wunderbarer Tag für Gießen", wie Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sagte. Sie hofft, dass sich die Bahnhofstraße angesichts von Ansiedlungen wie Klarna und Fabrik 19 in der Neuen Post zu einer innerstädtischen "Technologiemeile" entwickelt. "Sie etablieren neue Arbeitsformen in einem wundervollen historischen Gebäude", sagte Grabe-Bolz zu Dutenhöfer und erkor Bauherr Laumann zum Vorbild, was den Umgang mit historischer Bausubstanz betrifft. "Ich hoffe, Sie finden viele Nachahmer."

"Wir haben ein supercooles Projekt umgesetzt", freute sich Laumann über das Ergebnis und schenkte seinem Ankermieter zum Einzug einen Olivenbaum. Da war die Niederlassung bereits offiziell eingeweiht, nachdem Bauherr, Mieter und die beiden Gäste aus dem Magistrat der Stadt vor dem Eingang ein rotes Band durchschnitten hatten.

Der kleinen Feier folgten vor Ort rund ein Dutzend Mitarbeiter von Klarna und Laumanns Firma, weitere rund 50 Klarna-Beschäftigte verfolgten die Zeremonie über einen Livestream aus ihrem Home-office. Sie könnten es kaum erwarten, die neuen Büros und Gemeinschaftsräume zu nutzen, wenn dies das Infektionsgeschehen hoffentlich bald zulasse, sagte ihr Chef Frank Dutenhöfer. Etwa 105 Mitarbeiter hat der Standort Gießen gegenwärtig, die Räumlichkeiten gäben es aber her, zusätzliches Personal einzustellen.

Derweil geht es auch in der Alten Post weiter voran. Auch die Klarna-Mitarbeiter können im nächsten Sommer nebenan im Biergarten des "Benediktiner Weißbräuhauses" sitzen, das im Erdgeschoss bis Jahresende eingerichtet wird.

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