+
Das Rad der Struppmühle dreht sich nicht mehr. FOTO: SCHEPP

Defekt

Wiesecker Struppmühle steht still

  • schließen

Die Struppmühle in Gießen-Wieseck dreht sich nicht mehr. Und das bereits seit längerer Zeit. Die Reparatur des Schadens erweist sich als schwierig.

Gießen(khn). Die Struppmühle dreht sich nicht mehr - und das bereits seit längerer Zeit. Wie die Stadtwerke Gießen als Betreiber des kleinen Wasserkraftwerks am Martha-Mendel-Weg mitteilen, hängt dies mit einem technischen Defekt zusammen. Und eine Reparatur des Schadens erweist sich als schwierig. "Deshalb sind wir nun in einer Findungsphase, wie wir hier weiter vorgehen, um die Anlage in Betrieb zu nehmen", sagt SWG-Sprecherin Ina Weller auf Anfrage dieser Zeitung.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Mühle stillsteht. Vor zehn Jahren beispielsweise hatte der Einbau einer Fischtreppe am Wehr die Menge und Fließgeschwindigkeit des Wieseckwassers im Mühlgraben verringert. Das reichte nicht mehr aus, um das Mühlrad ausreichend und andauernd anzutreiben. Durch den Austausch des Generators hatten die SWG dieses Problem gelöst. Bis 1985 hatte die Familie Fiedler mit dem alten Mühlrad selbst eine Lichtmaschine zur Stromversorgung betrieben. Danach war das rumpelnde Holzrad stillgelegt worden und langsam, aber sicher verfallen.

Die Probleme mit dem Mini-Kraftwerk beschäftigen die SWG nun bereits seit fast eineinhalb Jahren. "Wir hatten und haben Probleme, die entsprechenden Ersatzteile zu beschaffen", sagt Weller. "Das ist wirklich schwierig. Zudem kann uns der Lieferant der Anlage keine erschöpfende Auskunft mehr geben."

Aufgrund dieser Situation wollen die Stadtwerke nun prüfen, wie effektiv eine Sanierung dieser Anlage im Vergleich zu anderen sein würde. "Ein abschließendes Urteil haben wir uns hierzu noch nicht gebildet", sagt Weller.

Ein Vorzeigeobjekt

Im Jahr 1999 hatten die SWG rund 50 000 D-Mark investiert, um aus der Mühle ein Demonstrationsobjekt zu machen. Hier sollte gezeigt werden, wie Strom aus Wasserkraft gewonnen wird. Bei einer Jahresdauerleistung von vier Kilowattstunden konnte es auch gar nicht um die dort gewonnene Energie gehen. Die SWG wollten vielmehr an publikumsträchtiger Stelle ihre Kompetenz in Sachen regenerative Energien zeigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare