Wertvolle Kontakte geknüpft

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Gießen (pm). 8000 Kilometer liegen zwischen Gießen und Windhoek in Namibia. Für elf Monate waren sich Jugendliche von hier wie dort aber ganz nah: Gemeinsam nahmen die 16- bis 19-Jährigen an einem digitalen Austauschtreffen teil, beschäftigten sich mit der Agenda 2030, erstellten zusammen Videos, Flyer, Instagramkanäle. Nun fand mit den Jugendlichen und den Koordinationskräften die Abschlusspräsentation der Projekte statt - erneut digital verbunden, zeitgleich in Gießen und in Namibia.

In Kleingruppen hatten die Jugendlichen aus beiden Ländern einen bunten Strauß an Ergebnissen erarbeitet: Ein Video, das mit Interviews in beiden Städten die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland und Namibia vergleicht; ein Saisonkalender zu Lebensmitteln für beide Länder; ein Video zum Thema Biodiversität (zum Beispiel mit Drohnenflügen über den Botanischen Garten in Gießen und über die beeindruckende Landschaft nahe Windhoek); ein Parallelprojekt zum Thema Pflanzen/Schulgärten; ein Flyer, der für die heimische Gastronomie wirbt, dass diese kostenlose Menstruationsprodukte bereithalten möge. »Die Themen und Ergebnisse haben sich die Jugendlichen selbst erarbeitet. Sie knüpfen an die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN an, etwa die Bekämpfung von Ungleichheit, Armut, Klimawandel«, erläutert Janina Brendel, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Gießen.

Selbstvertrauen gestärkt

Das Projekt vermittelte viele neue Erfahrungen: ungewohntes Englisch hören, in Projekten selbst organisiert zusammenarbeiten, interkulturelle Begegnungen erfahren, das Themenfeld Nachhaltigkeit kennenlernen, neue Techniken nutzen wie etwa Video-Editing und Drohnenfotografie. Der immer digitale Austausch erforderte hin und wieder Geduld:

»Das ›Can you hear me?‹ war immer dabei«, resümiert Brendel. Finja aus Gießen erzählt dazu: »In den Meetings der Gesamtgruppe war es anfangs schwer, sich zu beteiligen, aber in den Kleingruppen haben wir gut und gleichberechtigt an unseren Projekten gearbeitet.« Fredeline aus Windhoek ergänzt: »Dieses Projekt hat mein Selbstvertrauen gestärkt, mich geduldiger werden lassen und meine Perspektive erweitert.«

Pandu Nghipandulwa, der gemeinsam mit Brendel die Veranstaltung moderierte, zeigte sich begeistert von den Ergebnissen: »Die Jugendlichen haben in ihren Communitys wirklich etwas bewirkt, viele Menschen eingebunden, um ihre Gruppenziele zu erreichen, und dadurch Netzwerke geschaffen.« Stadträtin Astrid Eibelshäuser resümierte: »Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie kollaboratives Lernen digital und grenzüberschreitend gelingen kann und eröffnet allen Jugendlichen gleichermaßen unterschiedliche Perspektiven auf globale Themen.«

Die Projektergebnisse sind unter www.giessen.de/kepol zu finden.

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