Das Werkstattkirchen-Team mit den Sponsoren auf dem neuen Pflaster, durch das viel Regenwasser sickern kann. FOTO: IGE
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Das Werkstattkirchen-Team mit den Sponsoren auf dem neuen Pflaster, durch das viel Regenwasser sickern kann. FOTO: IGE

Werkstattkirche freut sich über ökologisches Pflaster

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Gießen(ige). Starkregen der Stufe 2 wird als Unwetter bezeichnet, bei dem mehr als 25 Liter in einer Stunde pro Quadratmeter Wasser herabprasseln. Die neue 100 m² große entsiegelte Fläche vor der Werkstattkirche in der Ederstraße leitet je m² bis zu 20 Liter Wasser pro Stunde in das Grundwasser. Das sind über 2000 Liter in der Stunde.

Hartmut Schramm, Geschäftsführer des Unternehmens Rinn Beton- und Naturstein (Heuchelheim) erklärte bei einem Pressetermin die Funktionsweise des Pflasters: Die Fugen der Betonsteine sind nicht mit Mehlkorn verschlossen, sondern mit 1,3-Millimeter-Split. Durch diese Fugen läuft Wasser ab. Unter den Betonplatten befindet sich eine 60 Kubikmeter umfassende Rigole (Kiesspeicher), durch die das Regenwasser sickert. Bevor es dann das Grundwasser erreicht, wird es durch eine Sandschicht gefiltert. So kann es seinen natürlichen Verlauf in den Boden und dann ins Grundwasser nehmen.

Möglich wurde der Einbau des neuen Pflasters erst durch das großzügige Angebot der Firma Faber & Schnepp, den Löwenanteil der Kosten zu übernehmen. Als dann auch das Unternehmen Rinn zusagte, das Öko-Pflaster zu spendieren, schien das Vorhaben in trockenen Tüchern zu sein. Im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten stellte sich jedoch heraus, dass der Untergrund des Hofes eine etwa zwei Meter mächtige Lehmschicht aufwies, die nahezu wasserundurchlässig ist. Diese würde die vorgesehene Versickerung nicht ermöglichen. So musste diese Schicht zumindest in einem Teil der Hoffläche entfernt und durch eine unterirdische Rigole ersetzt werden. Dies bedeutete erheblichen Mehraufwand und damit höhere Kosten. Daraufhin stockte Faber & Schnepp sein finanzielles Engagement auf. Dazu kam eine große Spende vom Gießener Club Soroptimist International. Auch kleinere private Spenden flossen, sodass es nun zur Durchführung der Arbeiten kam.

Hilde Hammermann von Soroptimist erzählte, dass die Arbeit der Werkstattkirche in der Nordstadt ihren Klub von Anfang an sehr beeindruckt habe. "Das Engagement der Initiatoren und Motoren, Bärbel Weigand und Christoph Geist, ist vorbildlich und aller Unterstützung wert."

Christoph Geist, Pfarrer in der Werkstattkirche, bedankte sich bei allen Spendern; auch bei den privaten, "die unsere letzte Finanzierungslücke geschlossen haben".

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