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Dank Digitalisierung haben Pflegekräfte mehr Zeit für ihre Patienten. FOTO: PANTHERMEDIA

Weniger "Schreibkram" für die Pflegedienste

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Gießen(pm). Mehr Zeit für die Patienten und weniger "Schreibkram": das erhoffte Ziel wurde erreicht. Nachdem die Arbeiterwohlfahrt ihre ambulanten Pflegedienste in die Lage versetzt hat, ihre Abrechnungen digital zu übermitteln, ziehen die drei beteiligten Kooperationspartner ein erstes positives Fazit.

Mit dem Besuch von Kanzleramtsminister Helge Braun im Oktober 2018 war der Startschuss für das Vorhaben gefallen. Mit dem Projekt werden wichtige Impulse zur Entbürokratisierung durch die Nutzung digitaler Medien gegegeben, freut sich AWO-Geschäftsführer Jens Dapper. Die AWO in Gießen, die AOK Hessen und die Technische Hochschule Mittelhessen haben Ende 2018 mit der komplett papierlosen Übermittlung von Leistungs- und Rechnungsdaten begonnen. Das Vorgehen spart Aufwand und entlastet die Pflegedienste. Bislang müssen Pflegedienste ihre Abrechnungsdaten in Papierform den Kassen übermitteln. Ende 2019 ist es nun gelungen, dass der Mobile Pflegedienst der AWO in Gießen die Abrechnung von Leistungen im Bereich der Pflegeversicherung und der sogenannten häuslichen Krankenpflege aus dem Bereich der Krankenversicherung digital übermittelt. Damit nimmt die AWO landesweit eine Vorreiterrolle ein.

Die Projektpartner konnten gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Connext die bestehenden digitalen und formalen Herausforderungen lösen. Dapper ist stolz darauf, dass die Projektarbeiten nun zu einem greifbaren Umsetzungserfolg geführt haben. "Die Prozessveränderungen führen zu einer zeitnahen, transparenten und rechtssicheren Abrechnung und sorgen für deutlich mehr zeitliche Ressourcen in der ambulanten Pflege. Das Ergebnis ist top, für Mitarbeitende und Kunden", sagt der Geschäftsführer.

Prof. Thomas Friedl, THM- Studiengangsleiter Medizinische Informatik und verantwortlich für den Bereich Datenschutz, gibt einen weiteren Ausblick für die Projektpartner. "Im nächsten Schritt wäre es nun konsequent, neben der Ergänzung des Verordnungsprozesses auch ein digitales Pflegeregister mit Nutzung einer digitalen Kommunikationsplattform aufzubauen." Mit den ersten Planungen hierzu haben die Kooperationspartner bereits begonnen.

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