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Der Gießener Ring führt nun in Höhe der Grünberger Straße beidseitig durch schallschluckende rote Wände. FOTO: SCHEPP

Weniger Lärm, flüssigerer Verkehr

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Gießen(kw). Über zehn Jahre nach Beginn der ersten Bauarbeiten sind nun beide Seiten der Stützwand am Gießener Ring in Höhe der Grünberger Straße fertig saniert. Sie seien nun gerüstet für die nächsten Jahrzehnte, teilt die Straßenbaubehörde Hessen Mobil Marburg mit. Dank schallschluckender Elemente soll die Lärmbelästigung der Anwohner deutlich gesunken sein. Die Kosten der aktuellen Maßnahme blieben im veranschlagten Rahmen von rund 1,9 Millionen Euro.

Seit Mitte des vergangenen Jahres wurde zwischen den Anschlussstellen Licher Straße und Ursulum in Fahrtrichtung Marburg gebaut. Damit war nicht nur eine Verengung der A485 verbunden. In den Sommerferien 2019 war vier Wochen lang außerdem ein Abschnitt der B49 komplett gesperrt. Die gegenüberliegende Wand war bereits in den Jahren 2009/10 instand gesetzt worden.

Das rund 60 Meter lange und bis zu neun Meter hohe Bauwerk stammt aus den 1970er Jahren. Die Mauerwerksverblendung zeigte immer wieder auffällige Durchnässungen durch Niederschlagswasser. Zudem kam es zu horizontalen Verformungen.

Im Jahr 2015 wurde die Verblendung auf der stadtauswärts gelegenen Seite abgebrochen. Umfangreiche ingenieurstechnische Untersuchungen in den folgenden Jahren ergaben, "dass sich die Stützwand in einem ihrem Alter entsprechend guten Zustand befand", so Hessen Mobil. Einige Verstärkungsmaßnahmen waren aber erforderlich, um die Standsicherheit der Wand in den kommenden Jahrzehnten zu gewährleisten.

Daher wurde die vorhandene Rückverankerung durch etwa 200 weitere Bodennägel verstärkt. Nach den Fundamentarbeiten folgte die Reinigung der Stützwand; dabei wurden vor allem lose Betonteile entfernt. Danach wurden die Bodennägel eingebracht und zwei Lagen Spritzbeton aufgetragen. Zum Abschluss wurde eine schallabsorbierende Vorsatzschale montiert.

An der Oberseite der Stützwand werden aktuell noch letzte Restarbeiten durchgeführt. Sie sollen voraussichtlich im Laufe des März abgeschlossen werden, so die Behörde.

Der Bereich oberhalb des Einschnitts der Autobahn 485 war bei der Lärmkartierung des Landes Hessen 2011 als eines der am stärksten von Verkehrslärm betroffenen Gebiete in Gießen ausgemacht worden. Eine Initiative, bestehend aus Anwohnern und Gewerbetreibenden, hatte damals Verbesserungen gefordert.

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