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Wer übernimmt die Patenschaft für diesen Mülleimer an der Lahn? FOTO: MÖ

Bürger-Engagement

Nur wenige "Sauberkeitspaten" in Gießen

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Die städtische Projekt "Patenschaften für ein sauberes Gießen" läuft weniger erfreulich als gehofft. Nun ist eine neue Kampagne geplant.

Gießen(mö). Das war kein schöner Anblick am Freitagmorgen vor dem Haupeingang zum Alten Friedhof. Jemand hatte aus einem Behälter zahlreiche Plastikbeutel für Hundekot gezogen und in der Gegend verstreut. Ein Passant, der zufällig vorbeikam, sammelte sie auf, verstaute sie in seinem Rucksack und meinte: "Kann man als Hundehalter immer brauchen." So wurde der Mann spontan und punktuell zum "Sauberkeitspaten". Von den geplanten Sauberkeitspaten indes gibt es gut eineinhalb Jahre nach dem Start des Projekts leider nur wenige. Von fünf bis zehn Paten sprach Stadträtin Gerda Weigel-Greilich vor Weihnachten in der Sitzung des Stadtparlaments.

Die für die Stadtreinigung zuständige Grünen-Politikerin beantwortete Fragen des Stadtverordneten Arno Enners (AfD) und zog eine ernüchternde Bilanz. Die Stadt habe das Projekt "Patenschaften für ein sauberes Gießen" seit dem Frühjahr 2018 über die Zeitschrift "Kommpost" und den Abfuhrkalender beworben, aber "leider konnte die gewünschte Resonanz nicht erreicht werden", sagte Weigel-Greilich. Daher werde das Stadtreinigungs- und Fuhramt gemeinsam mit dem Klimaschutzmanagement der Stadt eine "neue Werbeoffensive" starten. Zudem sei vorgesehen, für die Übernahme von Patenschaften zum Beispiel für einen Spielplatz, ein Stück Uferstreifen an Lahn oder Wieseck sowie für ein Parkabschnitt im Rahmen der ohnehin geplanten Sauberkeitskampagne zu werben.

Unabhängig von der Enners-Anfrage hatte das Stadtparlament in der Sitzung am 19. Dezember einstimmig beschlossen, im kommenden Jahr eine Kampagne "Sauberes Gießen" zu starten. Den Anstoß dazu hatte eine Agenda-Gruppe gegeben. Das Projekt Sauberkeitspaten wird weiterhin von der Stadt unter www.giessen.de/Leben/Umwelt-und-Klima/Energie-und-Klima/Klimaschutzkampagne/Aktiv-mitmachen/ im Internet beworben. Die Stadt stellt Abfallzange sowie Müllbeutel und entsorgt den aufgesammelten Müll.

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