+
Michael Rose übernimmt den Wellhöfer-Standort Gießen von Ute Lattmann. FOTO: MAC

Unternehmen

100-jährige Firmengeschichte: Wellhöfer zieht sich aus Gießen zurück

  • schließen

Das Bodenbelags-Unternehmen Wellhöfer in Gießen blickt auf eine über 100-jährige Firmengeschichte zurück. Jetzt gibt es dort eine bedeutende Veränderung.

Gießen - Bei der Gießener Traditionsfirma Wellhöfer stehen innerbetriebliche Umstrukturierungen an. Ute Lattmann, die das Unternehmen in vierter Generation führt, hat den Standort in der Marburger Straße in Gießen an ihren langjährigen Mitarbeiter, den technischen Geschäftsführer Michael Rose, übergeben und wird sich in Zukunft nur noch auf den zweiten Betriebssitz in der Heinrich-Lanz-Allee in Frankfurt konzentrieren. 

"Unsere Kinder wollen nicht ins Geschäft einsteigen, dadurch war es nur logisch, dass wir den Standort Gießen aufgeben", sagt Lattmann. Nachfolger Rose hat eine eigene Firma gegründet, mit der er den Standort, die Mitarbeiter und die Kunden übernimmt. "Wir werden den Betrieb mit den gleichen Werten weiterführen", verspricht der neue Mann an der Spitze. Rose hat sich bei Wellhöfer von der Aushilfskraft zum technischen Geschäftsführer hochgearbeitet. Schon sein Vater war in dem Gießener Traditionsunternehmen beschäftigt.

Gegründet wurde Wellhöfer im Jahre 1908 als Sägewerk von Küfermeister und Holzhändler Julius Wellhöfer und seiner Ehefrau Wilhelmine. Der Fassmacher und Holzexperte orientierte sich aber schon früh um. Aus dem Sägewerk wurde eine Parkettfabrik. Nach dem Tod des Unternehmensgründers übernahmen seine Söhne Julius und Karl den Betrieb und bauten diesen weiter aus. Nach dem frühen Tod von Karl im Jahre 1943 erlitt die Firma Wellhöfer einen weiteren Schicksalsschlag: Wie viele andere Gießener Betriebe auch wurde Wellhöfer Opfer des Bombenkrieges und das Firmengebäude sowie die Werkräume brannten bis auf die Grundmauern nieder.

Nachdem Julius Wellhöfer 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, baute er gemeinsam mit Holzfachmann Reinhold Völpel das Unternehmen erneut auf. Anfang 1950 wurde die heute in Frankfurt ansässige Niederlassung gegründet. In den 60er Jahren wurde die Parkettfabrik geschlossen und die Verlegabteilung im Bereich Bodenbelag und Estrich ausgebaut.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare