Das Freibad in Lützellinden ist bis auf Weiteres geschlossen.
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Das Freibad in Lützellinden ist bis auf Weiteres geschlossen.

Proteste

Weiter Ärger um Freibad-Schließung in Lützellinden

  • vonChristian Schneebeck
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Die Nicht-Öffnung des Freibades in Lützellinden erzürnt den Ortsbeirat. Die Bürgervertreter machen ihrem Unmut Luft und kritisieren die Stadtwerke Gießen.

Gießen-Lützellinden(csk). Genau einen Euro hat das "Kommunikationspaket" gekostet, das der Gießener Magistrat dieser Tage aus Lützellinden bekommt. "20 Cent für einen Anruf und 80 Cent für einen Brief", erklärte Carsten Zörb in der Ortsbeiratssitzung am Donnerstagabend. Wie etliche seiner Kollegen hatte sich der Christdemokrat zuvor über ein "Kommunikationsdesaster" rund um das Freibad im Stadtteil aufgeregt. Mit zwei Anträgen verschafften die Bürgervertreter ihrem Ärger darüber Luft, dass die Stadtwerke es in dieser Saison nicht öffnen wollen. Als "sehr, sehr traurig und schade" bezeichnete etwa Ortsvorsteher Markus Sames (CDU) die kürzlich bekannt gewordenen Pläne.

Tatenlos hinnehmen wollen die Kommunalpolitiker sie allerdings nicht. So fordert eine CDU-Initiative, der Magistrat solle dafür sorgen, dass das Bad - unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen - "zu Beginn der Sommerferien", spätestens aber dann geöffnet werde, wenn auch der Besuch an der Ringallee wieder möglich sei. Dieser Zeitpunkt ist allerdings schon verstrichen. Die Bäder in Lützellinden und Kleinlinden geschlossen zu halten, hatten die Stadtwerke öffentlich vor allem mit Personalmangel begründet: Wegen Corona notwendige Zugangskontrollen seien in den kleineren Bädern, die dann ohnehin maximal 30 Personen gleichzeitig besuchen könnten, nicht zuverlässig leistbar.

Der Ortsbeirat habe von all dem nur aus der Zeitung erfahren, hieß es am Donnerstag. Ohnehin wittert das Gremium einen vorgeschobenen Grund. "Man hätte von März bis Anfang Juni sicher ein Konzept entwickeln können, wenn man das gewollt hätte", sagte Sames. Tatsächlich könnten die kleineren Bäder sogar für eine "Entzerrung" des möglichen Andrangs sorgen, sagte Michael Borke (SPD). Die Sozialdemokraten brachten ein Papier für eine Modernisierung des Bades ein. Zu den aufgeführten Punkten gehören ein erneuerter Kiosk, mehr Parkplätze und sanierte Duschen und Umkleiden.

Nicht zuletzt sende eine solch umfangreiche Maßnahme das Signal, dass das Freibad langfristig erhalten bleibe, meinte Borke. Es sei "eine der wichtigsten Freizeiteinrichtungen des Stadtteils" und für viele Kinder unverzichtbar. Der "ganz verheerende" momentane Zustand deute indes nicht auf eine kurzfristige Öffnung hin. So bleibt es trotz lautstarken Protests, der auch im Ortsbeirat Kleinlinden zu hören war, wahrscheinlich bei der Entscheidung der Stadtwerke.

Weitere Anträge betrafen unter anderem die durch Blitzschlag geschädigte alte Linde an der Lindbachquelle, die Pflege ökologischer Ausgleichsflächen sowie den von Vandalen Anfang dieses Jahres eingeschlagenen Vereinsschaukasten am Dorfplatz. Letzterer, meinten die Bürgervertreter, solle demnächst nach Möglichkeit an die Kindertagesstätte "Wilde 13" umziehen. Dort sei eine lückenlosere Kontrolle durch Passanten und Anwohner gegeben. Für die Kita wiederum wünscht der Ortsbeirat eine Erweiterung, "in Systembauweise für den U3-Bereich", wie ein SPD-Antrag vorschlägt. FOTO: CSK

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