Ein weißes Fahrrad erinnert an der Ecke Ludwigstraße an den Unfalltod eines 20-jährigen Mannes.
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Ein weißes Fahrrad erinnert an der Ecke Ludwigstraße an den Unfalltod eines 20-jährigen Mannes.

„Ghostbike“

Gießen: Radfahrer wurde nur 20 Jahre alt - Weißes Fahrrad erinnert an Unfalltod

  • Burkhard Möller
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Ein weiß lackiertes Fahrrad, rote Rosen, zwei Leuchten und zwei Schilder mit Kreuzen: So erinnern bislang unbekannte Personen an der Ludwigstraße an den Unfalltod eines erst 20-jährigen Mannes. Er war am 20. August an den Folgen eines Unfalls gestorben, der sich am 12. August ereignet hatte.

Gießen - Wer das »Ghostbike« an der Kreuzung Ludwigstraße/Liebigstraße aufgestellt hat, ist unklar. Die Initiatoren der Critical-Mass-Fahrten waren es jedenfalls nicht. »Wir hatten tatsächlich bereits ein Fahrrad vorbereitet, um es am Donnerstagabend im Rahmen der Critical Mass als ›Ghostbike‹ dort aufzustellen«, erklärte eine der Organisatorinnen der Gruppenfahrten. Womöglich seien es Angehörige oder Freunde des 20-Jährigen gewesen. Bei der Critical-Mass-Ausfahrt am Donnerstag soll es am Unfallort eine bei der Stadt angemeldete Gedenkkundgebung mit einer Rede, Schweigeminute und eventuell einem »Die-In« geben.

Da der genaue Unfallhergang bislang nicht bekannt ist, hat der Allgemeine Fahrradclub Deutschland (ADFC) bislang keine Stellungnahme zu dem Unfall abgegeben. In der Vergangenheit hatte der ADFC zwar wiederholt darauf gedrungen, dass in der verkehrsreichen Ludwigstraße Radfahrstreifen abmarkiert werden, aber womöglich hätte dem 20-jährigen Radfahrer auch eine bessere Verkehrsführung nicht geholfen. Vermutlich war es so, dass der Radfahrer bergab Richtung Dachcafé fuhr und die 22-jährige Fahrerin des Autos von unten kam, nach links in die Liebigstraße einbog und den entgegenkommenden Radfahrer übersah. Da sich der Unfall gegen 21.30 Uhr zutrug, wird zu klären sein, ob das Rad beleuchtet war. Auch die bei Kopfverletzungen relevante Frage, ob der junge Mann einen Helm trug, ist bislang nicht beantwortet worden. Zur Klärung des Unfalls war ein Sachverständiger eingeschaltet worden. Bis sein Gutachten vorliegt, kann es noch dauern. »Die Schuldfragen werden ohnehin erst vor Gericht geklärt«, sagt Polizeisprecherin Sabine Richter.

Der junge Mann war in diesem Jahr der erste Radfahrer in Gießen, der bei einem Unfall ums Leben kam. 2019 kam es in Stadt und Kreis zu keinem einzigen Radlerunfall mit Todesfolge, 2018 es einer.

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