Weichen für Wohnen und Forschen gestellt

Gießen (mö). "Gießen ist Boomtown", stellte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz in der Pressekonferenz des Magistrats fest. Angesichts einer Fülle von Bauvorhaben, die die Stadtregierung zu Beginn des Jahres vorgelegt hat, scheint die Feststellung der SPD-Rathauschefin nicht übertrieben. Um diese Projekte geht es:

Bergkaserne: Beschlossen wurde die Aufstellung des letzten Bebauungsplans "Bergkaserne III". Es geht um die Umnutzung der letzten 3,6 Hektar auf der früheren Bundeswehrliegenschaft. Der letzte Bauabschnitt kann angegangen werden, nachdem die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) die restlichen sieben Baufelder an die Unternehmen Faber & Schnepp (Gießen) sowie Scheld Objektbau (Biedenkopf) verkauft hat. Auf diesen Flächen, darunter dem früheren Exerzierplatz, sollen in den kommenden Jahren weitere 300 bis 400 Wohnungen entstehen. Die Planung sichert zudem die bestehende Nutzung durch den Zoll und ermöglicht den Bau eines Blockheizkraftwerks durch die Stadtwerke. Erhalten bleibt das alte Wachgebäude am Haupteingang, dessen neue Nutzung noch unklar ist. Die Kirchengemeinde St. Thomas-Morus kann zudem ihren Kita-Spielplatz vergrößern.

Fraunhofer-Ansiedlung: Mit einem ersten Beschluss zur Anpassung des städtischen Flächennutzungsplans will die Stadt nun auch bei der Entwicklung eines Technologie- und Gewerbeparks zwischen Leihgesterner Weg und Schiffenberger Tal ein Stück weiterkommen. Aktueller Anlass: Das gemeinschaftliche Vorhaben des renommierten Fraunhofer-Instituts, der Justus-Liebig-Universität und der Technischen Hochschule Mittelhessen, eine Forschungsstätte zur Insektenbiologie, Molekularbiologie und angewandten Ökologie zu errichten. Sie soll auf der Ostseite des Leihgesterner Wegs in Gegenlage zu den Naturwissenschaften der Universität angesiedelt werden. In einem zweiten Schritt soll dann auch der begonnene Bebauungsplan "Technologie- und Gewerbepark Leihgesterner Weg" fertiggestellt werden (dazu auch Bericht auf Seite 26).

Wohnprojekt Schweitzer-Straße: Nach Kritik an der Verkleinerung des Schulhofs der Friedrich-Feld-Schule und der beabsichtigen Fällung des großen Perlschnurbaums hat der Magistrat am Montag eine neue Planung für die an der Albert-Schweitzer-Straße und Mühlstraße geplanten Wohnanlage beschlossen. Die neue Planung sieht nun statt der bisherigen Riegelbebauung zwei getrennte und etwas anders ausgerichtete Häuser vor. Baum und Schulhof werden – bis auf die Lehrerparkplätze – von der geänderten Planung nicht mehr berührt.

Lahntower: Für den Bau des sogenannten Lahntowers an der Hamm- bzw Lahnstraße wurde der Bebauungsplan "Zu den Mühlen" im Entwurf beschlossen. Auf dem früheren Parkplatzareal am Damm der Main-Weser-Bahn soll ein achtgeschossiges Wohngebäude mit einer Parkgarage im Erdgeschoss errichtet werden. Mit der Planungsvorlage beantragt der Magistrat auch einen Wechsel des Investors – vom Unternehmen Glaskontor zur Lindener Firma "Residenz Lahnblick GmbH".

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