Fasching

Weiberfasching der GFV in Gießen: Die besten Bilder zum Abend in der Kongresshalle

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Die Weiberfastnacht der GFV lässt die Kongresshalle beben. Auf der Bühne tanzen unzählige Männer. Waschbrettbauch oder Hummelhüfte? Spielt keine Rolle. 600 Frauen jubeln so oder so.

Irgendwelche Hüllen fallen immer. Entscheidend ist allerdings, was darunter hervorkommt. Das heißt, ob Bierbauch oder Sixpack, silberne Shorts oder transparenter Body: In Wallung bringt das Publikum bei der 18. Weiberfastnacht der Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) eigentlich jedes Männerballett. So entwickelt sich am Donnerstagabend in der Kongresshalle eine dreieinhalbstündige Dauer-Ekstase.

Den Anfang machen die "Nobodies" vom Carnevalverein Alten-Buseck. Kaum haben die GFV-Möhnen ihren Eröffnungstanz beendet, präsentiert Showmasterin Aagie van Dikkenberg (Frank Hardt) schon "das erste Frischfleisch" des Abends. In pinken Latzhosen, mit leeren Bierkisten, Neonlicht und anderen Accessoires entfacht die Truppe "ein tänzerisches Inferno biblischen Ausmaßes". So kann es losgehen – und so geht es weiter.

Ein Männerballett nach dem anderen macht den Närrinnen seine Aufwartung. Die Krofdorf Gleiberger-Fastnachtsfreunde begeistern im Cowboylook, der "Rhythmische Männertanz" Albshausen performt im transparenten Brisko-Schneider-Gedächtnisoutfit und die Burgsolmser "Schoppedancer" springen in Dessous umher. Optisch können diesen Auftritt allenfalls die Burschenschaftler von "Frohsinn" aus Großen-Buseck toppen: Sie tragen am Ende nur noch silberne Boxershorts. Nur Shorts? Nein, nicht ganz. "Jungs, die weißen Tennissocken gehen gar nicht", lässt van Dikkenberg sie zum Abschied wissen.

Zwischen den Tanzgruppen sorgen Olga Orange (Thomas Rau) und das Klatschmohn-Duo Elfie (Marion Späth) und Erna (Andrea Scherrer) für allgemeine Erheiterung. Der Travestiestar widmet sich dabei seiner Entstehungsgeschichte: "Wenn du Fanta vorm Sex trinkst, bekommst du ein Mädchen, bei Cola einen Jungen. Meine Mutter hat immer Mezzo Mix getrunken." Erna betritt die Bühne und muss schon aufs Klo. Elfie trägt es nicht so richtig mit Fassung, und dann entpuppt sich die erhoffte Kreuzfahrt der beiden auch noch als Ochsentour über mehrere Autobahnkreuze – zum Strickliesel-Contest in der südhessischen Walachei.

Doch apropos Kreuzfahrt: Sie wird langsam, aber sicher zum Leitmotiv der Sitzung, die offiziell unter dem Motto "Steampunk" steht. "De Maazler Lommhöpper" vom TV Mainzlar führen dennoch lieber auf die "MSC Lommhöpper" als zurück in die viktorianische Ära, und der Niederbieler Karnevalsverein erinnert anfangs irgendwie stark an Bademeister aus einer Baywatch-Satire. Davor und danach tanzen die "Funkenmaschinchen" des KVH Großen-Linden, das "Ballett aus Leidenschaft" der KV Grünberg und die "Rörremer Dorfdancer" der SKG Rodheim. Mitten im Männerballett des TV Großen-Buseck versteckt sich mit Prinz Andreas I. und Junker Sven sogar echter Gießener Faschingsadel.

Auf Waschbrettbauch und Wespentaille folgen gern mal ein paar Hummelhüften. Die "Godfathers of Soul" (Andreas Walldorf, Berno Balser und Günter Helmchen) sind hier wohl das beste Beispiel. "Und jetzt erlebt mit mir 382 Kilo geballte Soulkraft", begrüßt Aagie van Dikkenberg die GFVler "Andy the Walli", "Bigbi the Humble" und "Schaschi the Halmo". So wird gefeiert, bis der Arzt kommt – oder besser: bis "Die Ärzte" kommen, hier in Gestalt der "Linden Harmonies", die einige Hits der Punkrock-Band mitgebracht haben. Und dann endet die Show weder mit Tanz noch mit Punk, sondern genau so, wie sie enden muss: Nach einem ordentlichen "Herzbeben" geht es "Atemlos durch die Nacht".

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