Wehe, wenn es brennt

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Gießen(ige). Bis auf wenige Ausnahmen gehören im gesamten Flussstraßenviertel alle Gebäude der Wohnbau. Es existiert dort bereits seit langem ein hoher Parkdruck, weil dort so gut wie keine Garagen und Stellplätze auf den Grundstücken vorhanden sind, sodass jeder Bewohner, der einen Kraftwagen hat, diesen notgedrungen auf die Straße stellen muss.

Quartiersmanagerin Frauke Kühn hatte bereits im Dezember thematisiert, dass dieser Parkdruck durch die anstehende Parkraumbewirtschaftung voraussichtlich noch verstärkt werde. Ab Oktober soll nun der Bereich zwischen Nordanlage und Schwarzlachweg bezüglich des Parkens von der Stadt bewirtschaftet werden. Die ersten Automaten sind bereits installiert. Die vielen Berufspendler, die im Arbeitsamt an der Nordanlage arbeiten und ihr Fahrzeug mit Vorliebe in diesem Bereich abstellen, sollen in die Parkhäuser verdrängt werden. Ob dies funktioniert oder ob sie nur etwas nach Norden ausweichen, bleibt abzuwarten. In diesem Fall würde sich die Suche nach einem Parkplatz in diesem Quartier noch weiter erschweren. Der Abteilungsleiter des Ordnungsamtes, Holger Hedrich, sagte dazu beim "Runden Tisch Flusstraßenviertel": "Nach einem halben bis dreiviertel Jahr werden wir die Auswirkungen unter die Lupe nehmen."

Hedrich war jedoch eigentlich erschienen, um die aktuelle Verkehrssituation zu erläutern. Und das in Verbindung mit Rettungswegen für Feuerwehr und Notdienst. "Insbesondere in den Abendstunden ist der Platz für die Rettungswege nicht gegeben." Dies betreffe die gesamte obere Ederstraße. Denn nach Feierabend kommen viele Berufstätige mit ihrem Auto von der Arbeit heim und parken - alternativlos - ihr Kraftfahrzeug auf der Straße direkt vor ihrem Wohnhaus oder in der Nähe. Ein großes Problem für die Rettungsdienste stelle auch die nicht ausreichende Bewegungsfläche in den Kurvenbereichen von der Ederstraße in die Fuldastraße und danach die Biegung der Fuldastraße dar. Weder könnten die Rettungsdienste den Hof der Häuser Fuldastraße 5 und 5a erreichen noch die Zu- und Durchfahrt hinter den Häusern Fuldastraße 4, 6, 8 beziehungsweise Ederstraße 33 bis 39 nutzen, sodass der Brandschutz nicht in vollem Maße gewährleistet werden könne.

Hedrich kündigte an, dass Veränderungen im Flussstraßenviertel in Kürze durchgeführt werden. Ihm sei aufgefallen, dass die Autos in der Ederstraße fast nur in einer Richtung fahren. Tatsächlich parken alle stadteinwärts rechts und auch links auf dem halben Bürgersteig. "Wenn man die Ederstraße zur Einbahnstraße macht und Radfahren im Gegenverkehr zuließe, könnten alle Autos rechts auf der Fahrbahn parken, würden den Bürgersteig nicht mehr verengen. Und genügend Platz für den Rettungsdienst wäre auch endlich vorhanden." Allerdings dürfte dann auf der anderen Straßenseite nicht mehr geparkt werden. Im Bereich der Fuldastraße ließe sich das fortsetzen. Allerdings müssten für den Rettungsdienst auch die beiden Straßenabknickungen freibleiben. Dadurch fielen einige weitere Parkplätze weg.

"Wann passiert das endlich mit dem ›M‹ im Schwarzlachweg, damit wir unsere Mülltonnen für die Leerung gescheit rausstellen können?", wollten einige Teilnehmer von Hedrich wissen. Gemeint ist eine wie der Buchstabe M aussehende weiße Markierung auf der Straße vor den Hauseingängen für das Abstellen der Mülltonnen an Abholtagen. Dort darf nicht geparkt werden.

Seit vielen Jahren sei dieses Problem bekannt, ergänzte Frauke Kühn, die Quartiersmanagerin im Flussstraßenviertel. Bereits Ende 2019 hätte die Stadt einen Brief geschrieben, dass dieses Anliegen erledigt werde, was aber offenbar wegen zahlreicher Personalwechsel in der Behörde noch nicht erfolgt sei. "Ich bin guter Dinge, dass wir das Schilderaufstellen für das Anwohnerparken dieses Jahr noch hinkriegen", versuchte Hedrich einige erboste Gemüter zu beruhigen. Runder-Tisch-Vorsitzende Conny Mim merkte süffisant an, dass "solche Markierungen in Wieseck schnell erfolgen. Wieso nicht hier?"

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