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Die Teilnehmer des Seniorentreffs der Cloos’schen Stiftung haben viel zu berichten.

Was ich an Gießen mag

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Gießen (pm). Gießen ist die jüngste Stadt in ganz Hessen, was unter anderem dem Einfluss der beiden großen Hochschulen zu verdanken ist. Aber rund 14,5 Prozent der Einwohner sind älter als 65 Jahre. Sie alle haben ihren ganz persönlichen Blick auf die Stadt. Im Gespräch mit der Gießen Marketing GmbH sprechen die Teilnehmer des Seniorentreffs der Cloos’schen Stiftung über ihre Lieblingsplätze in Gießen.

Botanischer Garten und Wochenmarkt

Irmgard Malesky ist 91 Jahre alt und in Gießen geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie am Lindenplatz, dort wo damals noch das Samenhaus Hesemann Gartenbedarf verkaufte. »Wir sind natürlich immer in den Botanischen Garten gegangen«, erzählt sie. Der sei ja praktisch vor der Haustüre gewesen. »Ich fand ihn schon als Kind wunderschön, es war wie in einer anderen Welt.«

Als Heimatvertriebene kam Ingrid Pfeiff im Alter von 13 Jahren in die Universitätsstadt. Hier sei sie gleich gut aufgenommen worden. »Ich habe Gießen direkt in mein Herz geschlossen und vor allem das Café Geißner«, lacht sie. Seit 1950 geht die heute 88-Jährige regelmäßig dort hin, gerade wenn sie einen kleinen Stadtbummel machen möchte. »Und ich probiere gerne was Neues aus«, ergänzt sie.

Ihre Sitznachbarin Helga Wilsdorf liebt die Gießener Innenstadt. »Hier haben wir doch noch eine Innenstadt, die funktioniert«, meint sie angesichts des florierenden Selterswegs. Sie lebt erst seit sieben Jahren in Gießen. »Man kann einen alten Baum schon noch verpflanzen - wenn es nach Gießen ist«, meint sie lachend dazu.

In den Gießener Wochenmarkt verliebt ist Heidi Schnatz. Die junggebliebene 77-Jährige trifft sich dort regelmäßig mit ihren Freundinnen. Auch hilft sie ehrenamtlich im Seniorentreff aus, organisiert Veranstaltungen mit und hält die Seniorinnen auf Trab. Edeltraud Then findet die 50er Vereinigungen in Gießen ganz toll. »Das ist schon was Besonderes, ich bin schon 30 Jahre dabei«, sagt sie. Ihre Treffnachbarin Gisela Scheib findet generell, dass sich Gießen »gemacht habe«. Gerade was die Lokalitäten betreffe - »und das Mathematikum.«

Waltraud Link ist eine echte Schlammbeiserin. Die 79-Jährige kennt Gießen noch als »Trümmerstadt« nach dem Zweiten Weltkrieg und erlebte, wie die Stadt »teils aus der Not heraus« wieder aufgebaut wurde. Ein wichtiger wirtschaftlicher Anker in dieser Zeit, besonders für viele Frauen, war Karstadt, der zahlreichen Gießenerinnen Lohn und Brot brachte.

Edith Rau liebt den Seniorentreff. Hier findet sie Geselligkeit und Abwechslung. Und auch den Leiter Christoph Brumhard kann die 73-Jährige nur loben. »Wir machen Kaffeekränzchen, Sitzgymnastik und Musikabende. Wir machen Ausflüge und feiern St. Martin mit Lagerfeuer - wir erleben hier noch richtig was«, zählt sie auf. »Die Seniorentreffs sind in Gießen schon etwas Besonderes«, meint auch Christoph Brumhard dazu. Die Stadt betreibe insgesamt sechs Treffs, was für eine Stadt dieser Größe sehr viel sei. »Nicht so viele Städte unterstützen ihre Senioren so gut wie Gießen das tut«, sagt der 58-Jährige.

Großes Angebot in Seniorentreffs

Viele Treffs existierten schon recht lange. Der Treff in der Cloos’schen Stiftung beispielsweise wurde im Jahr 1986 ins Leben gerufen. Viermal in der Woche gibt es ein buntes Angebot mit Singstunde, Kaffee trinken, Gedächtnistraining und Bingo-Nachmittagen. Die Senioren kochen, sie belegen Computerkurse und lernen den Umgang mit dem Internet. »Vor Corona haben wir auch viele Ausflüge gemacht«, erzählt Brumhard. Wenn man ihm zuhört, versteht man sofort, warum die Gießener Seniorentreffs für viele Senioren ganz oben auf der Liste der Gießener Lieblingsorte stehen!

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