Wort zum Sonntag

Warum seid ihr so furchtsam?

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Jesu mit seinen Jüngern auf dem See Genezareth. Ein großer heftiger Sturm und die Jünger mit dem schlafenden Jesus an Bord. Die Jünger kriegen mächtig Angst und wecken den schlafenden Jesus mit dem Weckruf: HERR, rette uns, wir gehen unter.

Den meisten von uns ist die Geschichte aus Matthäus 8, Verse 24-26, bekannt als die Sturmstillung. In diesen Tagen der weltweiten Corona-Krise kennen wir diese Gefühlslage nur zu gut. Jeden Tag eine neue Horrormeldung - und mittlerweile ist fast jedes Gebiet der Erde betroffen und meldet Infektionszahlen und Todesfälle. Wir spüren alle, wie die Jünger damals, wir sitzen alle in einem Boot und werden massiv bedroht. Das Gefühl, dass uns Todesgefahr umgibt und persönlich näherkommt, ist real und nicht eingebildet.

Gleichzeitig lernen wir neu, dass ein Leben in ruhigem Fahrwasser und mit einem hohen Sicherheitspolster nicht selbstverständlich ist, es gibt eben auch die Bedrohung und Unsicherheit in unserem Leben.

Die Jünger damals werden von Angst und Furcht ergriffen - und das ist verständlich. Mit ihrer Angst eilen sie zu Jesus und rütteln ihn wach, um ihm ihre Angst zu nennen und um Hilfe zu bitten. Jesus wird wach und erkennt sofort die Lage. Er konfrontiert sie nicht mit dem Vorwurf: Warum habt ihr überhaupt Angst - ist ja alles nicht so schlimm?

Jesus erkennt den Grund der Angst, aber macht ihnen eine andere Vorhaltung: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam. Jesus sagt ihnen, dass ihre Angst nicht sein müsste, wenn sie nicht so kleingläubig wären. Jesus erwartet von seinen Jüngern in dieser Bedrohungssituation "großen Glauben zu ihm" mit der Zuversicht, dass ER tatsächlich helfen kann.

Wenn jemand helfen kann, dann Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes. Auch heute für unsere wirklich bedrohliche Krise gilt der gleiche Ruf Jesu an uns: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Wenn einer heute wirklich helfen kann, dann ist es der auferstandene HERR Jesus Christus. Er ist der wirklich mächtige Helfer in der Not. Dies haben die Jünger damals am See erlebt. Jesus stillt tatsächlich Wind und Wellen mit einem Wort, und die Jünger werden von ihrer Bedrohung befreit.

Wenn wir an die Macht Jesu glauben, kann er uns durch diese Krise führen, erhalten, bewahren und uns unbeschadet hindurchführen. Viele Menschen haben dies in der Geschichte so wie die Jünger damals in vielerlei Bedrohungen erlebt. Er kann sogar auch, entgegen aller Wahrscheinlichkeitsberechnungen, die Corona-Infektion mit einem Wort zum Stillstand bringen. Er kann - kannst du das glauben?

Gunter Mandler

Evangelische Allianz Gießen

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