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Unter lautem Hupen ziehen die Traktoren durch die Stadt. FOTO: SCHEPP

Landwirtschaft

Warum Bauern mit 200 Traktoren durch Gießen fahren

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Über 200 Traktoren haben am späten Freitagnachmittag in Gießen den Verkehr lahmgelegt. Warum die Landwirte mit dieser bundesweiten Aktion Frust abgelassen haben.

Da fühlten sich selbst die SUV-Fahrer richtig klein: Fast 200 Traktoren sind am späten Freitagnachmittag in einem Korso durch Gießen gefahren. Mit der Aktion wollte die Gruppe "Land schafft Verbindung" auf die Situation der Landwirte aufmerksam machen. Beteiligt an der Aktion, die bundesweit stattfand, waren Bauern aus Gießen, dem Lahn-Dill-Kreis, der Wetterau und dem Vogelsberg. Es kam zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.

Die Wegstrecke führte den Korso unter lautem Hupen über die Licher Straße, die Grünberger Straße, Ludwigsplatz, Berliner Platz über den Anlagering zur Moltkestraße, zurück zur Grünberger Straße bis zur Licher Straße. Von dort aus fuhren die Landwirte nach Watzenborn-Steinberg, um auf einem Hof ein Mahnfeuer zu entzünden.

Stephanie Schreiner ist Landwirtin aus Altenhain und an der Aktion beteiligt. Sie sagte, die Mitglieder fordern die Abkehr vom Bild, die Landwirtschaft als billigen Rohstofflieferanten der Lebensmittelindustrie zu sehen. Höhere Anforderungen an Umwelt und Tierwohl müssten sich in den Preisen für landwirtschaftliche Produkte niederschlagen. Auch sei die Aktion ein Zeichen gegen die geplante Änderung der Düngeverordnung.

Der Traktorkorso wurde von der Polizei flankiert. An den Fahrzeugen waren Plakate mit Parolen angebracht: "Woscht, Weck und Bier - das mache mir" oder "Ohne Bauern ist Hopfen und Malz verloren". Während viele Autofahrer wegen der Verkehrsbehinderung schimpften, leuchteten die Augen vieler kleiner Kinder. Denn deren Eltern hatten sich mit ihnen zum Traktorschauen an die Strecke gestellt.

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