Im Wartezimmer

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Unser erstes Kind sollte am Heiligabend das Licht der Welt erblicken. Die Adventszeit verging. Der Geburtstag meiner Oma am 25. verstrich. Die Sehnsucht nach dem Kind war groß und wuchs fast stündlich. Bald wird das Kind kommen. Nach der Entbindung war das Warten vorbei und die Freude war riesig.

Israel um die Zeitwende wartete auf das Erscheinen des versprochen Retters. Doch die Lage war nicht gut. Die Feinde beherrschten das Land. Die religiösen Anführer waren nur an den Ritualen interessiert. Das Volk war verwirrt. Die Regierung war alles andere als ehrlich. Die Hoffnung war, dass der Messias kommt mit Gottes Lösung für all diese Probleme. Ihr Verlangen nach Hoffnung zeigt sich in dem sehnsüchtigen Warten auf Gott.

Elisabeth und Zacharias, ein älteres Ehepaar ohne Kinder, warteten. Im Lukas-Evangelium werden sie als Beispiel genannt, denn sie sehnten sich nicht nur nach dem Eingreifen Gottes für ihr Volk, sondern nach einem Eingreifen Gottes in ihrer Familie. "Gott, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt für dein Eingreifen für uns und Israel." Wir haben nicht mehr lange. In Israel kann es nicht viel schlimmer werden.

Wir fühlen uns, besonders in diesem Jahr, als seien wir auch im Wartezimmer. Auf der gesellschaftlichen Ebene wütet Covid-19. Auf der persönlichen Ebene beklagen wir Schmerzen und Verlust. "Gott, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt für dein Eingreifen für uns und unsere Gesellschaft."

Mit dem Kommen des Engels nahm das lange Warten für Zacharias und Elisabeth ein Ende. In Kürze werden sie ihr Kind bekommen. Bald wird dieses Kind als Bote das Kommen des Messias ankündigen. Er wird ihn identifizieren, so dass jeder wissen kann, wer der Messias ist.

In der Adventszeit warten wir, wie in einem Wartezimmer. Wir warten im Wartezimmer im Glauben auf die Antwort Gottes in Christus, der uns Liebe und Frieden nicht nur verspricht, sondern auch bringt. Wir warten auf das Christkind.

Pastor Cleon L. Rogers International Baptist Church

Gießen

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